Schwedische Moschee lud Hassprediger ein und wusste von nichts

Schwedische Moschee lud Hassprediger ein und wusste von nichts
Schwedische Polizisten vor einer Moschee in der Stadt Uppsala, Schweden, 2. Januar 2015.
Eine Moschee in der schwedischen Stadt Borås lud mindestens fünf Prediger ein, die religiösen Extremismus predigten. Einer davon wurde in Deutschland sogar wegen eines Mordaufrufs gegen Juden verurteilt. Die Stadt will die Moschee dennoch weiter unterstützen.

Die schwedischen Behörden wurden auf eine Moschee in Norrby in der Stadt Borås aufmerksam, nachdem im April durchgesickert war, dass ein geladener Prediger des Gotteshauses fragwürdige Ansichten vertreten hatte. Die Moschee zählt 700 Mitglieder ihres Trägervereins und etwa 1.000 regelmäßige Gäste.

Der betreffende Stadtteil der Arbeiterstadt Borås nahe Göteborg ist bereits in der Vergangenheit mehrfach durch radikalen Islam und Dschihadisten in die Schlagzeilen geraten, die sich dem Kampf des Islamischen Staates im Irak und in Syrien angeschlossen haben. 

Peder Englund, Leiter des Zentrums für Sicherheit und Notfälle (Centrum för Säkerhet och Beredskap), berichtet:

Wir entschlossen uns, diese Person sowie eine Zahl anderer Geladener der Moschee zu untersuchen. Es kam dabei heraus, dass alle, die wir überprüften, Meinungen und Werte vertraten, die nicht in unsere demokratische Gesellschaft passen. 

Ein Feuerwehrmann löscht brennende Autos im Stadtteil Rinkeby, Schweden, 23. Mai 2013.

Einer der Männer, so Englund, war bereits in Deutschland wegen eines Aufrufs zum Mord an Juden mit einer Geldstrafe von 9.000 Euro belegt worden. Die konträren Wertvorstellungen beinhalteten zudem: den Dschihad, eingeschränkte Rechte für Frauen und das Märtyrertum.

Die Moschee erhielt finanzielle Unterstützung vonseiten der Stadt Borås. Allerdings zeigten sich die Verantwortlichen nach einem Treffen mit Sicherheitsbehörden deren Angaben zufolge einsichtig. Die schwedische Nachrichtenplattform SVT bemühte sich um einen Kommentar des Moschee-Sprechers Ahmed Mohammed. Dieser wollte sich hierzu nicht äußern. 

Gegenüber der lokalen Presse sagte er jedoch, dass er nichts von den fragwürdigen Ansichten der betreffenden Personen gewusst habe. Die Moschee habe nicht alle geladenen Prediger überprüfen können. Seit 2013 habe es 200 Vorträge unter dem Dach des Hauses gegeben und die meisten hätten eine "friedliche und nützliche Botschaft" vermittelt. 

ForumVostok
MAKS 2017