Von Lissabon nach Wladiwostok: Was vom Aralsee übrig blieb

Von Lissabon nach Wladiwostok: Was vom Aralsee übrig blieb
Schiffe liegen auf dem vertrockneten Seebett des Aralsees.
Ein deutsch-russisches Paar wagt sich auf eine Erkundungsreise durch Eurasien. In vier Monaten wollen Jana und Dima von Lissabon bis nach Wladiwostok reisen und sich dabei in Völkerverständigung üben. Heute nehmen sie uns mit zum Aralsee.

Der Aralsee, welcher sich ursprünglich über die Grenze Kasachstans und Usbekistans erstreckte, war einstmals einer der größten Seen der Welt. Noch im Jahr 1960 hatte dieser eine Fläche von über 66.000 Quadratkilometern und maß an seiner tiefsten Stelle 69 Meter. Das Wasservolumen lag damals bei über 1000 Kubikkilometer. Reich an vielseitigen Fischarten war der Aralsee essentiell für die usbekische Fischindustrie. Der durchschnittliche jährliche Fang lag bei 25.000 Tonnen. In der größten Hafenstadt Mo´ynoq wurden daraus 20 Millionen Dosen Fisch produziert. Die dortige Fischindustrie hatte über 500 Boote für den Fischfang abgestellt.

Wichtige Flüsse, die den See gespeist haben, wurden jedoch unter anderem für den Anbau von Baumwolle im Rahmen eines Großprojektes umgeleitet. Durch die darauffolgende Austrocknung des Aralsees hat die Industrie einen verheerenden Schaden erlitten. Seit Anfang der Achtziger Jahre verlor Mo´ynoq jegliche Industrie und über 10.000 qualifizierte Arbeiter ihren Job.

Seit 2010 ist der See auf 12.000 Quadratkilometer geschrumpft, weniger als 20% seiner ursprünglichen Größe. Das Wasservolumen beträgt lediglich noch 110 Kubikkilometer.

Die Funktion des Aralsees für die Natur ist komplett kaputt gegangen. Geblieben sind lediglich Millionen Tonnen Salz und Sand. Mehr als 300 Arten verschiedener Pflanzen, 35 Vogel-, 11 Fisch- und 23 Säugetierarten stehen heute auf der roten Liste von Usbekistan.

Was bleibt den Menschen von Mo´ynoq? Wir trafen eine Großmutter mit ihren zwei Enkelkindern, die Muscheln sammelten. Davon gibt es noch eine ganze Menge in der unendlichen Wüste, wo früher einmal einer der größten Seen der Welt war.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln. Diese Abenteuerreise kann man sowohl auf RT Deutsch als auch direkt auf dem Blog von Jana und Dima, lisbon2vladivostok.eu, verfolgen.

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