Aus für Confed-Cup: Turnier in Russland wird das letzte sein

Aus für Confed-Cup: Turnier in Russland wird das letzte sein
© Sputnik/Jewgeni Bijatow
Der am Samstag beginnende Confed-Cup, seit 2001 die traditionelle Generalprobe für Fußball-WM-Turniere, wird in diesem Jahr letztmalig stattfinden. Verbände und Vereine kritisieren seit langem die zusätzliche Belastung der Spieler.

Wenn am kommenden Samstag um 17 Uhr in Sankt Petersburg der Konföderationen-Pokal 2017 mit dem Spiel des Gastgebers, der Russischen Föderation, gegen Ozeanienmeister Neuseeland beginnt, wird es der Auftakt zum letzten Bewerb seiner Art sein. Dies berichtet das Fachmagazin Kicker. Auch wenn an der Vergabe des WM-Turniers 2022 an Katar nicht gerüttelt werden sollte, wird es dort im Jahr zuvor keinen Confed-Cup geben.

Die Entscheidung habe sich seit längerer Zeit abgezeichnet. Sowohl in den Vereinen als auch in den Gremien auf europäischer Ebene sowie der FIFA selbst hatten bedeutsame Funktionäre das Turnier mehrfach in Frage gestellt.

Bereits 2005 verlangte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München und Präsident der Europäischen Club Association (ECA), Karl-Heinz Rummenigge, ein Ende des Confed-Cups, der insbesondere den Vereinen auf Grund der zusätzlichen Belastung von Spitzenspielern ein Dorn im Auge war. 

Erst Anfang der Woche erklärte auch DFB-Präsident Reinhard Grindel, eine Abschaffung zu befürworten. In den Führungsgremien der FIFA hatte sich bereits seit längerem eine Mehrheit gegen das Turnier abgezeichnet.

Mannschaftsentwicklung unter Turnierbedingungen

Befürworter des Turniers sehen darin eine wichtige Möglichkeit, neue Zusammensetzungen der Mannschaften und vielversprechende Spieler, die noch keine Stammkräfte sind, unter Turnierbedingungen zum Einsatz zu bringen und ihnen so eine Profilierungsmöglichkeit zu eröffnen. Eine Reihe späterer Schlüsselspieler von Nationalmannschaften machte erstmals im Rahmen dieser Turniere auf sich aufmerksam.

Auch der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, bezeichnete den Confed Cup als "sportlich enorm wichtiges Turnier". In Sotschi erklärte er Sport1 zufolge im Mannschaftsquartier:

Die erste Priorität ist es, die Mannschaft zu entwickeln, die zweite, zu gewinnen.

Als offizieller Vorläufer des Confed-Cups gilt der König-Fahd-Pokal, der erstmals 1992 mit nur vier Teilnehmerländern in Saudi-Arabien ausgetragen wurde. Zuvor hatte es ebenfalls interkontinentale Turniere für Nationalmannschaften außerhalb des Weltmeisterschaftsrhythmus gegeben.

Zu diesen gehörten der Afro-Asien-Pokal für Nationalmannschaften, der zwischen 1978 und 2007 in unregelmäßigen Abständen stattfand, die so genannte Mini-WM in Uruguay 1981 und der von Europa und Südamerika beschickte Artemio-Franchi-Pokal, zu dem nur 1985 und 1993 Trophäen vergeben wurden.

Brasilien bleibt trotz Abwesenheit Rekordsieger

Erst 1997 übernahm die FIFA offiziell die Schirmherrschaft über den Konföderationenpokal, an dem die jeweils aktuellen Kontinentalmeister sowie der Gastgeber teilnahmen. In den Jahren 1997, 1999 und 2003 richteten Saudi-Arabien, Mexiko und Frankreich das Turnier aus. Ansonsten galt seit 2001 die Regel, dass der Confed-Cup als eine Art Generalprobe für die Weltmeisterschaft ein Jahr vor deren Durchführung im Land des jeweiligen Ausrichters stattfinden sollte. In Deutschland gab es entsprechend 2005 ein Turnier.

Der Rekordsieger des Turniers, Brasilien, das vier Mal das Turnier für sich entscheiden konnte, ist in diesem Jahr nicht mehr vertreten. Ihre Spitzenplatzierung in der ewigen Tabelle des Confed-Cups wird die Seleção dennoch verteidigen. Von den 2017 qualifizierten Teams konnte bislang nur Mexiko einen Konföderationenpokal gewinnen – zum ersten und einzigen Mal im Jahr 1999. 

Mit Chile, Portugal und Veranstalter Russland nehmen gleich drei Nationen zum ersten Mal an dem Turnier teil.