Nach Studie zu RT Deutsch: Oppermann warnt vor "russischer Propaganda"

Nach Studie zu RT Deutsch: Oppermann warnt vor "russischer Propaganda"
Ein guter Tag für Russlands Präsidenten Wladimir Putin? Laut einer Studie der TU München hängt RT Deutsch die etablierten Medien auf Facebook deutlich ab.
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann zeigt sich von den Ergebnissen einer aktuellen Studie der TU München alarmiert. Laut dieser erreicht RT Deutsch auf Facebook wesentlich mehr Nutzer, als die etablierten Medienunternehmen.

Oppermann warnte angesichts dessen vor dem Effekt der „russischen Propaganda“ im Bundestagswahlkampf. „Russia Today sendet auf Facebook rein optisch in der Form klassischer Nachrichtensender, aber bietet kaum anderes als einseitig russische Propaganda“, sagte der SPD-Politiker gegenüber der Wirtschaftswoche, der die Studie exklusiv vorliegt. Laut dieser erreicht RT Deutsch auf Facebook deutlich mehr Nutzer als die etablierten Medienhäuser. Oppermann fordert aus diesem Anlass, dass angebliche Fehlinformationen im Wahlkampf schnell identifiziert und richtiggestellt werden.

Gelassen reagierte hingegen AfD-Vizechef Alexander Gauland. Er appellierte an den Sportgeist der unterlegenen Medien: „Dann müssen sich die anderen eben mehr anstrengen.“ Die Wirtschaftswoche fasst die Ergebnisse der Studie folgendermaßen zusammen:

„Leser haben die Beiträge und Kommentare bei RT Deutsch seit dem Start vor zweieinhalb Jahren mehr als 5,4 Millionen Mal mit ‚Gefällt mir‘ oder anderen Reaktionen markiert. Die ARD etwa bringe es mit 1,7 Millionen nur auf ein Drittel der Nutzerreaktionen, die ‚Süddeutsche Zeitung‘ mit 1,4 Millionen Reaktionen gar nur auf ein Viertel. Einen deutlichen Vorsprung haben die Russen laut Untersuchung auch bei der Zahl der Nutzerkommentare. Die SZ kam auf 194.000 Kommentare, die ARD auf 352.522. RT Deutsch hingegen auf 696.733, also mehr als SZ und ARD zusammen.“

Kein anderes Medienunternehmen mobilisiere demnach hierzulande die Nutzer auf Facebook so erfolgreich wie RT Deutsch. In der Politik wachse nun „die Angst vor dem Einfluss russischer Propaganda“, so die Wirtschaftswoche.