Mon Dieu: Frankreich drohen höhere Croissantpreise

Mon Dieu: Frankreich drohen höhere Croissantpreise
Erstmals in einem Nachschlagewerk erwähnt wurde das Croissant erst im Jahr 1853 als nicht näher beschriebenes Gebäck, 1863 wird dann in einem Lexikon auch die Mondform erwähnt.
Die Franzosen werden für ihre geliebten Croissants vermutlich bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Frankreichs Bäcker und Kuchenfabrikanten schlugen am Dienstag Alarm: Wegen stark gestiegener Butterpreise droht auch ein Preisanstieg beim „Nationalgebäck.“

Butter ist die wichtigste Zutat für ein traditionelles französisches Croissant. Wer schon einmal in Paris oder anderswo in einer Bäckerei war, wird sich an den Butterduft beim Eintreten erinnern. Doch nun droht den Croissant-Liebhabern Ungemach. Der Preis für die wichtige Zutat, die in manchem Gebäck ein Viertel des Rezepts ausmacht, habe sich binnen eines Jahres fast verdoppelt.

Auf das Jahr gerechnet bedeutet das Mehrkosten von 68 Millionen Euro im Vergleich zu 2016,

rechnete Fabien Castanier vom französischen Verband der Keks- und Kuchenbäcker vor. Und er ergänzte:

Die Situation wird sich in den kommenden Wochen leider verschlechtern und es besteht die große Gefahr von Versorgungsengpässen bei Butter.

Und das war's mit den Gurken.

Matthieu Labbé vom französischen Bäckereiverband mahnte, die steigenden Preise müssten auf die Kunden umgelegt werden:

Die Verbraucherpreise für Croissants, Kuchen und Hefezopf müssen sehr schnell deutlich ansteigen.

Die Butterpreise sind wegen der Senkung der Milchproduktion und einer zugleich starken Nachfrage gestiegen. Zugleich beklagen Frankreichs Bauern, dass ihnen für ihre Milch immer noch kein kostendeckender Preis gezahlt wird. Unter anderem drücken große Lagerbestände von Milchpulver in Europa die Preise.

Teurere Croissants wecken Erinnerungen an den sogenannten „Mehlkrieg“ in Frankreich. Im April und Mai 1775 kam es zu Aufständen gegen als zu hoch empfundene Mehl- und Brotpreise. Der „Mehlkrieg“ wird oft als Vorzeichen der Französischen Revolution betrachtet, da zu hohe Brotpreise weiterhin für Unmut unter der einfachen Bevölkerung sorgten und letztlich 1789 mit zu der Revolution führten.

Ob es wegen teurerer Croissants zu einer Neuauflage kommt, bleibt abzuwarten.

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