Pommes aus dem Weltall: China will auf dem Mond Kartoffeln züchten

Pommes aus dem Weltall: China will auf dem Mond Kartoffeln züchten
Jede vierte Kartoffel auf der Welt wird heute in der Volksrepublik China angebaut.
Wie die chinesische Zeitung Chongqing Morning Post am Dienstag berichtete, plant China erstmals in der Geschichte Kartoffeln auf dem Mond zu pflanzen. Die Mondmission Chang'e 4 soll 2018 ein Mini-Ökosystem in einem Container zur Mondoberfläche transportieren.

Zhang Yuanxun, der Chefentwickler des für die Durchführung des Vorhabens vorgesehenen Drei-Kilo-Containers, sagte gegenüber der Chongqing Morning Post:

Wir bringen Kartoffeln, Arabidopsis-Samen [Acker-Schmalwand] und Eier von Seidenraupen in dem Behälter auf die Oberfläche des Mondes. Aus den Eiern schlüpfen Seidenraupen, die Kohlendioxid produzieren können, während die Kartoffeln und Samen Sauerstoff durch Photosynthese aussenden. Gemeinsam können sie ein einfaches Ökosystem auf dem Mond aufbauen.  

Laut Wikipedia haben Wissenschaftler die Acker-Schmalwand bereits in den 1940er Jahren als Modellorganismus in der Genetik etabliert. Der deutsche Botaniker beschrieb sie 1943 als Modellpflanze. Zu den vielen Vorteilen der Pflanze zählt unter anderem, dass sie einen kurzen Generationszyklus von nur acht Wochen zwischen der Keimung des Samens und dessen Reife hat. Zudem lässt sie sich auf relativ kleinem Raum einfach kultivieren. 

Laut Zhang waren die Temperaturkontrolle und die Energieversorgung die größten Herausforderungen für das Forscherteam. In der Regel brauchen Pflanzen und Insekten eine Temperaturbreite zwischen einem und 30 Grad Celsius, um überleben zu können. Auf dem Mond beegen sich die Temperaturschwankungen jedoch zwischen 120 Grad Celsius am Tag und -170 Grad Celsius in der Nacht. Um das Problem zu lösen, wird das Forscherteam die Container mit einer isolierenden Schicht und Lichtröhren ausstatten, um das Wachstum der Pflanzen und Insekten im Inneren zu gewährleisten.

Speziell entwickelte Batterien, die im Behälter installiert werden, sollen eine gleichmäßige Energieversorgung gewährleisten. Der Projektleiter, Xie Gengxin, sieht in dem Projekt einen ersten Schritt hin zu einem von Menschen bevölkerten Mond. 

Wir werden die Entwicklung von Pflanzen und Insekten auf der Mondoberfläche in die ganze Welt livestreamen",  

kündigte Xie gegenüber der Chongqing Morning Post an.

Auch USA und Niederlande haben große Pläne im All

Während die Chinesen sich auf den Mond konzentrieren, verfolgt die US-Weltraumbehörde NASA offenbar konkrete Pläne in Richtung Mars. Die NASA will um das Jahr 2030 eine bemannte Mars-Mission starten. Auch andere Nationen zeigen Interesse an Besiedlungsplänen. So zum Beispiel die Niederlande mit ihrem Projekt Mars One, hinter dem eine niederländische Stiftung steckt. Mars One hatte angekündigt, den Mars in rund zehn Jahren besiedeln zu wollen. Rund 200.000 Menschen haben sich weltweit schon für die Mission beworben.

Vorerst sollen jedoch erst mal vier Astronauten zum Mars geschickt werden. Die Kosten für das Projekt betragen zurzeit in etwa sechs Milliarden Dollar. Die Reise zum Roten Planeten soll ungefähr 210 Tage dauern. Der Flug soll mithilfe der Trägerrakete Falcon Heavy des US-Unternehmens SpaceX von Tesla-Gründen Elon Musk erfolgen. Ein Rückfahrticket gibt es allerdings nicht. Die künftigen Marsianer müssten bis zu ihrem Tod auf dem Mars leben.

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