Madrid verbietet "Manspreading" im öffentlichen Verkehr

Madrid verbietet "Manspreading" im öffentlichen Verkehr
Madrid verbietet "Manspreading" im öffentlichen Verkehr
Die Verkehrsbehörde der spanischen Hauptstadt startet Kampf gegen das sogenannte Manspreading – die unter Männern verbreitete Angewohnheit, mit gespreizter Beinhaltung zu sitzen. Dies wird in Zügen und Bussen für genauso inakzeptabel erklärt wie Rauchen oder Füße auf den Sitz zu stellen.

Die Städtische Verkehrsgesellschaft von Madrid EMT hat angekündigt, dass sie in Züge, U-Bahnen und Bussen Hinweisschilder anbringen wird, die Männer von der gespreizten Sitzhaltung abbringen sollen. Männliche Fahrgäste sollten ihre Sitznachbarn nicht im Raum einschränken und mehr Sitzplatz als nötig einnehmen.

Die Abbildung eines roten Strichmännchens, der mit gespreizten Beinen sitzt, ist mit einem ebenso roten Kreuz markiert und mit dem Aufruf "Respektieren Sie den Raum der Anderen" begleitet. Sie wird neben Hinweisschildern gegen Rauchen, Essen, Müllabwurf und Sitzhaltung mit Füßen auf dem Sitz erscheinen.

"Das neue Informationssymbol steht für das Verbot, eine solche Sitzposition einzunehmen, die andere Menschen stört", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten EMT-Statement. "Es soll Benutzer von Verkehrsmitteln daran erinnern, ihre bürgerliche Verantwortung zu behalten und den persönlichen Bereich von allen Fahrgästen zu respektieren."

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Die feministische Gruppe "Mujeres en Lucha" ("Frauen im Kampf") starteten am Montag eine entsprechende Petition auf dem Internetportal Change.org. Das Hashtag #MadridSinManspreading ("Madrid ohne Manspreading") verbreitete sich viral im Netz.

[Manspreading] ist eine Sitzweise einiger Männer, bei der sie ihre Beine im öffentlichen Verkehr breit machen und so Platz von anderen Menschen einnehmen. Es ist nicht etwas, was sporadisch vorkommt. Wenn man darauf achtet, sieht man, dass es eine sehr gängige Erscheinung ist. 

Es ist nicht schwer, Frauen zu sehen, die ihre Beine geschlossen haben und sehr unbequem sitzen, weil neben ihnen ein Mann sitzt, der mit seinen Beinen ihre Privatsphäre verletzt", heißt es in der Petition.

Damit folgt Madrid dem Beispiel der Städte wie New York, wo im Jahr 2014 eine Werbekampagne durchgeführt wurde, bei der man(n) aufgerufen wurde, den Platzverbrauch auf ein Minimum zu beschränken.

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