Blockierte SMS-Funktion beim Fahren: Neues iPhone-Update soll Verkehrsunfälle verhindern

Blockierte SMS-Funktion beim Fahren: Neues iPhone-Update soll Verkehrsunfälle verhindern
SMS während der Fahrt lesen oder schreiben - das geht häufig nicht gut. (Symbolfoto)
Eine US-Studie zeigt eine Verbindung zwischen steigenden Unfallzahlen und dem Gebrauch von Mobiltelefonen. Auch in Deutschland sollen Mobiltelefone für die Zunahmen von Unfällen mit verantwortlich sein. Apple will Abhilfe schaffen.

Smartphones sind zunehmend die Ursache vieler Unfälle im Straßenverkehr. Zu diesem Schluss kam 2016 eine Langzeitstudie aus den USA. Wer am Lenkrad mit einem Handy hantiert, hat demnach ein mehr als dreifach erhöhtes Unfallrisiko. Mittlerweile sind Autofahrer rund zehn Prozent der Fahrzeit mit der Bedienung elektronischer Geräte abgelenkt. Neben weiteren Tätigkeiten wie Essen oder Schminken. Demzufolge verbringen Autofahrer weniger als die Hälfte der Zeit bei voller Konzentration auf das Straßengeschehen.

Zwar handelt es sich um eine US-amerikanische Studie, doch man kann die Zahlen dennoch auf Deutschland übertragen. Demnach passieren vermutlich 50.000 Unfälle im Jahr, weil die Autofahrer mit Smartphones hantieren. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte die Studie nach dem Erscheinen kommentiert:

Abgelenkte Autofahrer sind eines der großen Unfallrisiken im Straßenverkehr, so Dobrindt zur Studie. Und er ergänzte: Wer auf der Autobahn eine SMS tippt, ist im Blindflug unterwegs.

Trotzdem gab es keine schärferen Strafen gegen Handynutzung am Steuer. Kontrollen und Verbote könnten das Problem nicht allein lösen, wichtig sei Aufklärungsarbeit, hieß es. Der ADAC forderte die Ablenkung durch Handys stärker in den Fahrschulen zu thematisieren. Doch nun ergreift der weltweit zweitgrößte Handyhersteller Apple offenbar die Initiative. Wie CNN berichtet, soll demnächst die Funktion "Do not Disturb While Driving" („Nicht stören während der Fahrt“) Teil von Apples iOS 11 werden. Der neuen Version des Betriebssystems für die mobilen Geräte von Apple.

Immer wenn das Telefon mit einem Auto über Bluetooth oder einem Kabel verbunden ist oder wenn das Auto in Bewegung ist, wird das Telefon alle Benachrichtigungen, sowie Textnachrichten oder News-Updates zurückhalten. Wenn während der Fahrt eine Nachricht eingeht, kann das Telefon mit einer vorformulierten Nachricht, die darauf hinweist das der Fahrer gerade nicht antworten kann, reagieren. Zudem soll der iPhone-Bildschirm gesperrt werden, um zu verhindern, dass Fahrer ihre Apps während der Fahrt verwenden. Beifahrer sollen die Möglichkeit bekommen, die Sperre zu deaktivieren.

Eigene iPhone-Apps wie Maps und Navigation können zwar verwendet werden, es können jedoch keine Destinationen eingegeben werden. Auch die Nutzung von Google-Maps soll unter Einschränkungen möglich sein. Was weiterhin funktionieren soll ist Apple CarPlay, ein Interface zwischen Auto und Mobiltelefon, das SMS-Nachrichten hörbar macht und das sich per Sprachbefehl bedienen lässt. Natürlich nur insofern, wenn der Wagen mit dieser Funktion ausgestattet ist.

Auch der japanische Autohersteller Nissan hat einen eigenen Vorschlag, wie man die Fahrer ablenkungsfrei durch den Straßenverkehr bekommt. Die Japaner schlugen vor, einen so genannten Faraday-Käfig zu den Autos hinzuzufügen. Mit anderen Worten eine Art Hülle, die Funkübertragungen jeglicher Art blockieren würde.

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