Von Lissabon nach Wladiwostok: Am westlichsten Punkt Europas angelangt - und es geht los!

Von Lissabon nach Wladiwostok: Am westlichsten Punkt Europas angelangt - und es geht los!
Am westlichsten Punkt Europas angekommen, geht endlich der offizielle Teil der Reise los. Von Lissabon nach Wladiwostok
Ein deutsch-russisches Paar wagt sich auf eurasische Erkundungstour. In vier Monaten wollen Jana und Dima von Lissabon bis nach Wladiwostok reisen und sich in Völkerverständigung üben. In Lissabon angekommen, startet nun der offizielle Teil ihrer Reise.

Lissabon, die schöne Perle am Atlantik - von hier waren sie einst gestartet, die ganzen bekannten Seefahrer wie Kolumbus, Vasco de Gama, Ferdinand Magellan und wie sie sonst noch alle hießen. Alle in Richtung Westen. Jetzt zählen auch wir uns ganz inoffiziell dazu. Die zwei kleinen, aber feinen Unterschiede sind, dass wir mit Kolya auf dem Landweg unterwegs sind und die Richtung auch eine andere ist – es geht Richtung Osten. Ziemlich tief und weit Richtung Osten sogar, bis an den Pazifik nach Wladiwostok in Russland. Die Reisedauer wird dennoch mindestens genauso lang andauern: Knapp vier Monate werden wir unterwegs sein.

Drei Tage hatten wir Zeit, um Lissabon zu erkunden. Definitiv nicht genug, aber ausreichend, um auf den Geschmack zu kommen. Es war für uns beide das erste Mal in der Hauptstadt Portugals. Sofort hat sie uns verzaubert mit ihren Farben, der Lebensfreude, dem frischen Fisch, den leckersten Törtchen der Welt, dem Portwein und der Freundlichkeit der Portugiesen. Die Gassen in Lissabon sind nichts für schwache Waden. Schon am ersten Tag spüren wir die steilen Hänge am anscheinend am wenigsten muskulösen Muskel unserer Körper. Stadt der sieben Hügel? Rom kann einpacken. Der Vorteil von Hügeln ist... na? Genau: Miradores – Aussichtspunkte.

Lissabon ist für seine zahlreichen Aussischtspunkte, die so genannten Miradores, bekannt.
Die beiden Abenteurer Dima und Jana sind ganz aufgeregt. Gleich startet ihre Reise von Berlin über Lissabon nach Wladiwostok.

Überall in der Stadt kann man sie finden und man wird für das Auf und Ab reichlich entlohnt. Wir geben alles an diesem Wochenende in Lissabon und können das meiste auf unserer Liste abhaken, bevor es nun endlich weiter in Richtung Sibirien geht.

Als Startpunkt haben wir uns ganz symbolisch den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes ausgesucht, den Cabo da Roca. Voll mit Menschen und Reisebussen, aber wir finden: der Gedanke zählt. Das obligatorische Foto vor dem Wahrzeichen müssen wir uns hart erkämpfen. Trotz der Menschenmassen ist diese Steilküste beeindruckend. Die Vorstellung, dass von hier aus jetzt erst einmal ziemlich lange nichts als das Meer kommt, löst Ehrfurcht aus.

Cabo da Roca - Dima und Jana am westlichsten Punkt des Festlands Europas

Wir wollen noch einen Moment für uns haben und klettern eine der Klippen zu einem per Schild ausgewiesenen Strand herunter - jenen von Ursa. Da den meisten dieser Abstieg zu schwierig ist, sind wir nahezu alleine. Dennoch: Hätten wir vorher gewusst, wie hart der Weg ist, wären wir schön auf unserer Aussichtplattform geblieben. Die Kraxelei hat sich glücklicherweise zu 100 Prozent gelohnt. Ein wunderschöner Strand eröffnet sich unserem Blick: Große Wellen, türkisfarbenes Wasser und aus dem Meer ragende Felsen erfreuen unsere Augen.

Die Kraxelei wird mit Aussicht belohnt.

Der Weg ist das Ziel. Diese Weisheit wird uns wahrscheinlich noch öfter auf unserer Reise begegnen.

Hier sieht man nicht etwa das berühmte indische Holifest, sondern das traditionelle, portugiesische Studentenfest

Wir haben zudem eine Aufgabe von Janas Opa bekommen: Eine Flasche Atlantikwasser abzufüllen, um es dann am Ende unserer Reise in den Pazifik zu kippen. Herausforderung angenommen. Todesmutig stürzt sich Jana in das kalte Nass und erkämpft sich anderthalb Liter frisches Ozeanwasser. Dieses wird dann später sicher im Auto verstaut und mit uns auf unsere Reise gehen.

Jetzt sind wir bereit, den langen Weg in Angriff zu nehmen. Wir sind aufgeregt, neugierig, reisehungrig und haben eine gesunde Portion Respekt mit im Gepäck. Hoffentlich geht alles gut, hoffentlich bleibt das Auto heile und wir gesund. Noch immer sind wir ungläubig darüber, dass wir dieses Abenteuer tatsächlich erleben dürfen. Bis zur letzten Minute reicht unsere Vorstellungskraft nicht für die nächsten vier Monate aus. Um das zu ändern, müssen wir jetzt aber los: Dawei! Von Lissabon nach Wladiwostok – Kolya schart schon mit den Reifen!

Als Startpunkt haben wir uns ganz symbolisch den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes ausgesucht, den Cabo da Roca.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln. Diese Abenteuerreise kann man sowohl auf RT Deutsch als auch direkt auf dem Blog von Jana und Dima, lisbon2vladivostok.eu, verfolgen.

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