Wehrmacht, Steinbach und die Bundeswehr

Wehrmacht, Steinbach und die Bundeswehr
Die Durchsuchungen von Bundeswehrkasernen sind in der Endphase und sollen am Dienstag abgeschlossen werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich deutlich zu dem Thema positioniert: "Die Wehrmacht ist in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr." Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach zeigt sich empört und ruft zur Solidarität mit Wehrmachtsangehörigen auf.

Es finden sich beispielsweise in Sozialräumen von Kasernen Gegenstände von Wehrmachtssoldaten wieder, die ausgestellt werden. Dem Inspekteur des Heeres, Jörg Vollmer, zufolge sollten sich die Soldaten jedoch lieber Vorbilder aus der jüngeren Geschichte suchen – also aus den letzten 60 Jahren, in denen die Bundeswehr besteht. Immerhin hat der letzte Wehrmachtssoldat die Bundeswehr bereits vor Jahrzehnten verlassen und auch die Namen von Kasernen, die nach Wehrmachtsgrößen benannt worden sind, wurden in den letzten Jahren konsequent geändert.

Adolf Hitler mit dem späteren Generalinspekteur des Bundeswehr, Adolf Heusinger (1.v.l.), im Jahr 1942.

Um festzustellen, in welchem Maße die Verherrlichung der Wehrmacht in den Kasernen stattfindet, erfolgen bis zu diesem Dienstag in allen Kasernen Durchsuchungen. Vollmer sagte dazu:

Es passiert uns immer wieder, dass wir Menschen haben, die unreflektiert Dinge in Kasernen bringen, das wollen wir nicht haben.

Erika Steinbach, ehemalige CDU-Frau und nun fraktionslose Bundestagsabgeordnete, scheint jedoch Verständnis für jene Soldaten aufzubringen, die die Taten der Wehrmacht glorifizieren und sich in deren Tradition sehen. Sie rief am vergangenen Wochenende dazu auf, sich durch das Veröffentlichen privater Wehrmachtsbilder von Familienangehörigen solidarisch zu zeigen.