Warum der atmosphärische Methangehalt trotz sinkender Emissionen immer weiter steigt

Warum der atmosphärische Methangehalt trotz sinkender Emissionen immer weiter steigt
Eine Studie mit überraschendem Ergebnis: Nicht der so genannte Treibhauseffekt ist für den Anstieg des Methangehalts in der Atmosphäre verantwortlich. Vielmehr hat der Gehalt eines für den Abbau erforderlichen Radikals abgenommen. Der Grund ist noch offen.

Seit dem Jahr 2007 steigt der Methangehalt in der Atmosphäre stetig an. Lange Zeit waren sich Wissenschaftler einig: Die steigenden Werte resultieren aus den starken Emissionen so genannter Treibhausgase. Doch neueste Forschungsergebnisse liefern eine andere Erklärung.

Man vermutete über lange Zeit, dass der Grund für den steigenden Methangehalt zuvorderst in der Methanogenese vonseiten der Landwirtschaft läge. Oder dass so große Massen an fossilen Brennstoffen verbrannt werden.

Doch die Methanemissionen als solche sind, wie nun eine Studie zutageförderte, seit 2007 gar nicht weiter angestiegen: Zwischen den Jahren 2003 und 2016 soll die Neubildung sogar um mehr als Millionen Tonnen abgenommen haben.

Ein Forscherteam um Alexander Turner von der Universität Harvard publizierte deshalb eine neue Hypothese. Nicht die Methan-Emissionen steigen an, sondern es ist viel wahrscheinlicher, dass die Abbaureaktion des Gases gehemmt ist. Methan wird also langsamer abgebaut als früher.

Der Abbau von Methan wird über ein Radikal eingeleitet. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der besonders reaktionsfreudig ist. Er bindet das Gas und leitet eine Reaktion ein, die Methan in Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf umwandelt.

Der Gehalt dieses Radikals sank in demselben Zeitraum, in dem gleichzeitig der Methangehalt anstieg, um etwa sieben Prozent.

Die stagnierte Abbaureaktion resultiert also darin, dass, obwohl die Emissionen seit 2003 sinken, die Konzentrationen in der Atmosphäre weiterhin steigen.

Warum genau der Radikalgehalt abnimmt, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht erläutern. Dafür bedarf es weiterer Forschung.

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