Für eine Handvoll 400.000 Dollar: Obama will vor Wall-Street-Bankern reden

Für eine Handvoll 400.000 Dollar: Obama will vor Wall-Street-Bankern reden
Hat gut lachen - und bald 400.000 Dollar mehr auf seinem Konto: Barack Obama.
Es war ruhig geworden um den Vorgänger von Donald Trump. Doch nun tritt Barack Obama wieder ins Rampenlicht. Nicht als Politiker, aber als fürstlich entlohnter Redner. Und das ausgerechnet vor Wall-Street-Bankern, die er einst als "fat cats" geschmäht hatte.

In dem Kultwestern „Für eine Handvoll Dollar“ von Sergio Leone spielt ein wortkarger Fremder, verkörpert von Clint Eastwood, in einem Wüstenkaff in Mexiko zwei verfeindete Familien, die Baxters und die Rojos, gegeneinander aus. Der Fremde, genannt Joe, treibt ein perfides Spiel mit ihnen. Abwechselnd bietet er an, mal für die eine, dann für die andere Familie zu arbeiten und stellt ihnen letzendes eine Falle nach der anderen. Für jeden Verrat kassiert er eine Handvoll Dollar. Nun ist Barack Obama weder wortkarg noch ein Cowboy, aber es war für eine Weile sehr still geworden, um den ehemaligen Präsidenten. Doch jetzt meldet er sich mit einem kleinen „Verrat“ wieder zurück.

Barack Obama ist wieder da. Nicht als Politiker, aber als gerne gebuchter Redner. Rund hundert Tage nach dem Ende seiner Amtszeit als US-Präsident sucht der 55-Jährige wieder das Licht der Öffentlichkeit. Den Anfang machte ein Auftritt am vergangenen Montag an der Universität in Chicago. Doch der nächste geplante Auftritt riecht doch ein wenig nach Verrat. Im September soll Obama während einer vom Investmentbanker Cantor Fitzgerald veranstalteten Konferenz, das Wort ergreifen.

Der Termin hat vordergründig betrachtet eine gewisse Brisanz. Immerhin hatte der Ex-Präsident die Investmentbanker wegen ihrer exorbitanten Gehälter einst als "fat cats" kritisiert. Ein Vorwurf der sich nun doch ein wenig relativiert, wenn man sich das Honorar anschaut, welches sich Obama hat zusichern lassen: stolze 400.000 Dollar.

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Selbst die Clintons, die in dieser Hinsicht auch in der Champions-League spielen, kommen da nicht mehr mit. Bill und Hillary kassieren für Auftritte dieser Art im Durchschnitt rund 200.000 Dollar. Doch nicht nur bei den Honoraren für Reden schlägt Obama die Clintons haushoch: Im März wurde bekannt, dass die Bertelsmann-Tochter Random House für die Rechte an den nächsten Büchern von Obama und seiner Frau Michelle rund 65 Millionen Dollar bezahlen will. Dagegen wirkt die Gage von Bill Clinton für sein Buch fast wie ein Ein-Euro-Job: Er bekam nur lumpige 15 Millionen Dollar.

Für einige Kritiker ist der Auftritt vor den Wall-Street-Bankern natürlich eine Steilvorlage. So erklärte der demokratische Politikberater Hank Steinkopf gegenüber der New York Post:

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Obama sein Geld jetzt bei Leuten verdient, die er einst für ihre hohen Einkommen angegriffen hat.

Zwar überrasche ihn das Engagement nicht, da alle ehemaligen Präsidenten so handelten – aber im Falle Obamas sei es schon sehr heuchlerisch. Übrigens befasst sich die Konferenz mit einem Thema, das Obama sehr am Herzen liegt. Es geht um die Gesundheitsversorgung. Die eine oder andere Spitze gegen die Bemühungen seines Nachfolgers Donald Trump dürfte also garantiert sein.

Übrigens sagt Mrs.Baxter an einer Stelle des Films zu Joe:

Ich liebe Männer, die man für bares Geld kaufen kann.

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