Oliver Stone zu syrischen Giftgasangriffen - ein Stück Wahrheit aus Hollywood

Oliver Stone zu syrischen Giftgasangriffen - ein Stück Wahrheit aus Hollywood
Mit diesem Bild illustrierte Oliver Stone seinen Facebookeintrag zu Donald Trump und Syrien.
Der politisch als kritisch geltende Hollywood-Regisseur Oliver Stone meldet sich zu Syrien zu Wort. Auch er hatte Hoffnungen auf den neuen Präsidenten Trump gesetzt, dass dieser die USA aus dem Kreislauf der Kriege lösen würde. Zu Unrecht, wie er nun meint.

Oliver Stone ist einer der unbequemen Geister unserer Zeit. Dabei gehört er zur Elite der politischen Regisseure Hollywoods. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Platoon" , "Nixon", "JFK: Tatort Dallas" und die zuletzt erschiene fiktionale Verfilmung des Wirkens von Whistleblower Edward Snowden.

In seinen Werken scheut Oliver Stone nicht vor einem kritischen Blick auf das politische System der USA zurück und nimmt dabei kein Blatt vor dem Mund. In dem Meisterwerk "Platoon", das mit vier Oscars ausgezeichnet wurde, verarbeitete er seine eigenen Erfahrungen als Soldat im Vietnamkrieg. Auch seine jüngsten Äußerungen zu Syrien sind höchst interessant. RT Deutsch hat sich mit diesen befasst.

So erklärte Oliver Stone über Donald Trump: 

Ich muss gestehen, ich hatte große Hoffnungen auf das Gewissen Trumps in Bezug auf die Kriege der USA gesetzt, aber ich lag falsch – wieder mal betrogen!

So leitet Stone sein Facebook-Statement zu Syrien ein. Stone blickt anschließend zurück auf die Ära Reagans und Bushs, deren Anti-Sowjet-Rhetorik im Jahr 1983 die Welt an den Rand eines Nuklearkrieges brachte. Trump habe die Macht den Generälen übertragen und werde dafür von den "liberalen Medien" der USA gefeiert.

Es gibt intelligente Menschen in Washington und New York, aber sie haben ihren Verstand verloren, weil sie in das syrisch-russische Gruppendenken hineingepresst wurden - ein Konsens, ohne zu fragen: Wer hat von dem jüngsten Gasangriff profitiert? Weder Assad, noch Putin. Die einzigen Profiteure sind die Terroristen, die die Aktion initiiert hatten, um ihre militärische Niederlage abzuwenden.

Oliver Stone erzählt „The Times“ über sein Gespräch mit Wladimir Putin

Als "verzweifeltes Spiel" beschreibt Stone, was auf den Giftgasangriff folgte. Alles daran Anschließende funktionierte nur deshalb, weil die westlichen Medien sogleich auf den Zug aufsprangen und an der "Propaganda mit ermordeten Babys" teilnahmen. Es habe keine wirkliche Untersuchung gegeben, und es schien auch keine Zeit für eine chemische Untersuchung durch die UN zu geben. Gleichwohl: Assad fehlte jedes Motiv.

Warum wäre Assad so dumm, wo er doch den Bürgerkrieg gewinnt? Nein, ich denke, dass die Amerikaner irgendwo beschlossen haben, inmitten der Krise der Trump-Regierung, dass wir um jeden Preis in diesen Krieg ziehen, unter allen Umständen – um wieder einmal das säkulare Regime Syriens zu ändern, was seit der Regierung Bushs eines der Hauptziele der Neokonservativen war. Neben dem Iran. Zumindest werden wir einen Teil Syriens herausschneiden und diesen einen Staat nennen.

Der Regisseur spricht auch die mutmaßliche False-Flag-Operation aus dem Jahr 2013 an, als westliche Staaten ebenfalls einen folgenschweren Giftgasangriff mit zahlreichen Todesopfern der Regierung Assad anlasteten. Oliver Stone wies in diesem Zusammenhang auch auf den Essay Whose Sarin? von Seymour Hersh hin, der am 19. Dezember 2013 im London Review of Books erschienen war und die US-Propaganda in dieser Frage dekonstruierte.

In dem Text setzt sich der amerikanische Journalist Hersh mit dem Giftgasangriff in der Nähe der syrischen Stadt Ghouta auseinander und widerspricht der Darstellung der Obama-Regierung. 

In einer türkischen Klinik werden Opfer des Giftgaszwischenfalls am 4. April eingeliefert, Reyhanli, 4. April 2017.

Auch die Behauptungen hinsichtlich russischer Hackerangriffe auf die US-Präsidentschaftswahlen benennt Stone in seinem Syrien-Statement als substanzlos. Die Vorwürfe der Clintons und die Behauptungen über eine Verschwörung zwischen Trump und Putin hätten einzig dazu beigetragen, die USA in ein Chaos zu stürzen. Die Tatsache des Angriffs Trumps auf Syrien hätte doch gerade öffentlich bewiesen, dass dies nicht der Fall sein kann.

Nein, dies ist kein Unfall oder eine einmalige Affäre. Dies ist der Staat, der bewusst die Öffentlichkeit durch gesteuerte Medien falsch informiert und uns glauben lässt, wie Mike Whitney in seinen brillanten Analysen 'Wird Washington den dritten Weltkrieg wagen?' und 'Syrien: Wo der Gummi die Straße berührt' feststellt, dass etwas viel Unheimlicheres im Hintergrund wartet.

In Bezug auf Nordkorea fasst Stone zusammen:

Ich fühle mich wie der von John Wayne gespielte Veteran des Krieges aus 'Fort Apache', der zusammen mit dem überheblichen General Henry Fonda wie Custer auf den Untergang zusteuert. Mein Land, mein Land, mein Herz empfindet Schmerz für Dich.

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