Abteilung Eigentor: Adidas beglückwünscht diesjährige Teilnehmer des Boston-Marathons zum Überleben

Abteilung Eigentor: Adidas beglückwünscht diesjährige Teilnehmer des Boston-Marathons zum Überleben
Bei dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon 2013 wurden drei Menschen getötet und etwa 260 verletzt.
Im Jahr 2013 starben drei Menschen beim Anschlag auf den Boston-Marathon. In diesem Jahr gratulierte Adidas den Teilnehmern per Marketing-E-Mail dazu, den Lauf überlebt zu haben. Es dauerte nicht lange, bis sich Adidas für die unbedachte Aktion entschuldigte.

Das Brainstorming ist eine tragikomische Sache. Mehrere Menschen sitzen schweigsam beieinander und tun so, als ob sie nachdenken. Der eine starrt stundenlang in seinen Kaffeebecher. Der andere stützt angestrengt seinen Kopf, vermutlich der vielen gewichtigen Gedanken wegen. Ab und zu sagt einer etwas, aber eigentlich auch nur, damit das Schweigen nicht zu erdrückend wird. Doch die gute Idee lässt weiter auf sich warten. Dunkle Wolken ziehen in den Gemütern auf. Bis plötzlich einer aufspringt und die Idee aller Ideen präsentiert. Der Tag ist gerettet, alle machen sich an die Arbeit. Erleichterung macht sich breit.

So könnte es gewesen sein, aber vielleicht war es auch ganz anders, als die Marketingabteilung von Adidas meinte, auf eine geniale Idee gestoßen zu sein. Wir wissen es nicht. Was wir allerdings wissen, ist: Die Idee ging genial daneben. Der Sportartikelhersteller Adidas musste sich gestern für eine Marketing-E-Mail entschuldigen, in der Kunden für das «Überleben» des diesjährigen Boston-Marathons beglückwünscht wurden.

Signal Iduna Park, Dortmund, Ankunft des Mannschaftsbusses eskortiert von der Polizei; Deutschland, 12. April 2017.

Einen Tag nach dem Marathon am Montag hatte Adidas laut US-Medien eine E-Mail mit den Worten «Glückwunsch, Du hast den Boston-Marathon überlebt.» verschickt. An alle 26.492 Läufer, die bei dem Wettbewerb am Montag das Ziel erreichten. Im Jahr 2013 waren im Zieleinlauf des Boston-Marathons zwei Sprengsätze explodiert. Drei Menschen wurden getötet, 260 verletzt.

Adidas schrieb nun am Dienstag via Kurznachrichtendienst Twitter: «Es tut uns unglaublich leid.» Und: «Wir entschuldigen uns zutiefst für den Fehler.» Es habe sich um eine «unsensible» Mail gehandelt. Der deutsche Sportartikelhersteller hatte im vergangenen Jahr Bestmarken bei Umsatz und Gewinn erzielt und ist auch auf dem US-Markt erfolgreich. Ob es vor der Entschuldigung noch ein Brainstorming gab, ist nicht bekannt.