FSB-Chef Alexandr Bortnikow: Migranten als Hauptquelle für Terror-Rekrutierer in Russland

FSB-Chef Alexandr Bortnikow: Migranten als Hauptquelle für Terror-Rekrutierer in Russland
Die Basis der Terrormilizen in Russland sind GUS-Bürger, die nach Russland kommen, um Geld zu verdienen, so der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexandr Bortnikow. Nach dem Terroranschlag in Petersburg verschärft Russland die Kontrollen.

"Die Ergebnisse der Informationsanalyse zeugen davon, dass der grundlegende Grundstock der Terrormilizen aus den GUS-Bürgern besteht, die nach Russland bei der Arbeitsmigrantenflut ankamen", zitiert ihn die Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Er fügte hinzu, dass ein Teil der Arbeitsmigranten eine Ausbildung in den extremistischen Organisationen abgeschlossen hat und an den Kampfhandlungen auf der Seite der internationalen Terroristen in Syrien und im Irak teilnahm. Der FSB-Chef stellte klar, dass nach dem Untersuchungsverfahren zur Explosion in der U-Bahn in Sankt Petersburg acht Menschen festgenommen wurden. Alle diese Menschen kommen aus Zentralasien.

"Im Laufe der Ermittlungsmaßnahmen wurden acht verdeckte Mitglieder von Terrororganisationen festgenommen: sechs Menschen in Sankt Petersburg, zwei in Moskau. Alle kommen aus Zentralasien", teilte er mit.

Bortnikow fügte hinzu, dass bei der Festnahme eine große Menge an Waffen und Sprengstoff festgestellt wurde. Derzeit wird die Suche nach weiteren Mittätern fortgesetzt. Dem Vorsitzenden des Nationalen Anti-Terror-Komitees zufolge soll eine rechtliche Verantwortlichkeit für Geschäftsleute eingeführt werden, die Arbeitsemigranten anstellen, ohne Dokumente für eine Arbeitsgenehmigung anzufertigen.

Der Verantwortungsgrad der Beamten soll erhöht werden, die die Einhaltung der Migrationsgesetzgebung und die Tätigkeit der Unternehmen kontrollieren, an denen Gastarbeiter arbeiten. Neben der Regierung sollen auch die Anti-Terror-Kommissionen vor Ort diese Aufgabe übernehmen.

Sacharowa bei Pressebriefing am Mittwoch in Moskau.

Bortnikow sprach sich auch für die Einführung von Zusatzmaßnahmen bei der Grenzkontrolle aus, die vermeiden sollen, dass die Terroristen nach Russland gelingen.

Um die Grenzüberquerung seitens der Terroristen vorzubeugen, ist es notwendig, Zusatzmaßnahmen sowohl für staatliche Grenzkontrollen bei Ein- und Ausreisen als auch für  verdächtigte Personen und Mitglieder von Terrormilizen einzuführen", betonte er.

Darüber hinaus, sei es wichtig "die Zusammenarbeit mit den ausländischen Partnern zu vertiefen und die Effizienz des Informationsaustausches zu verbessern, um die Verbrecher noch vor der Einreise ins Land rechtzeitig zu verhaften".

"Dabei soll das Problem mit der Finanzierung von Terrormilizen nicht außer Acht gelassen werden, dass die Quelle der finanziellen und  materiellen Unterstützung der Terroristen entdeckt und geschlossen werden. Der Kampf gegen illegalen Waffen- und Sprengstoffhandel soll weiter fortgesetzt werden."

Besondere Aufmerksamkeit muss dem Widerstand gegen die terroristische Ideologie geschenkt werden", betonte Alexander Bortnikow.

Der Inlandsgeheimdienst deckt aktiv die Versuche der Terrormilizen auf, Terroranschläge durchzuführen. Im vorigen Jahr wurden 16 Terroranschläge in Großstädten verhindert.

Allein im vergangenen Jahr wurden 16 Terroranschläge in Moskau, Sankt Petersburg, Krasnojarsk, Jekaterinburg, Tula, Ufa, Sotschi, Nowosibirsk und Nizni Nowgorod verhindert. Die Mitglieder der schadlos beseitigen Terrormilizen kamen aus den GUS-Ländern, 46 Terrorzellen wurden vernichtet", teilte Bortnikow mit.

Mutmaßliche Rekrutierer der al-Nusra Front und des IS in Sankt Petersburg festgenommen.

Aber trotzdem zeugte die Explosion in der Sankt Petersburger U-Bahn davon, dass die Bemühungen bei der Terrorbekämpfung in Russland nicht hundertprozentig Erfolg haben.

Die Ermittlungen in der U-Bahn von Sankt Petersburg ergab, dass die Arbeit nicht vollkommen den aktuellen Aufforderungen entspricht", folgerte der FSB-Chef und unterstrich, dass es notwendig ist, viel sorgfältiger zu arbeiten.

Eine weitere Maßnahme gegen den Terror soll die Entziehung der russischen Staatsangehörigkeit werden. Russische Behörden sprechen davon, dass die Entscheidung über die Erteilung der Staatsbürgerschaft für Mitglieder der IS widerrufen werden soll. Dagegen spricht jedoch die Tatsache, dass die russische Verfassung den Entzug der Staatsbürgerschaft russischer Bürger verbietet.

Russlands Präsident Wladimir Putin betonte, dass sein Land nicht dem Beispiel von Kasachstan gehen und seinen Staatsbürgern die Nationalität entziehen wird, falls sie sich terroristischen Organisationen anschließen, weil der Entzug der Staatsangehörigkeit durch die Verfassung verboten ist. Jedoch werden die russischen Behörden möglicherweise in der Lage sein, die Entscheidungen, die zu der Gewährung der russischen Staatsbürgerschaft an Migranten führten, zu widerrufen.

Am 3. April fand eine Explosion zwischen den Stationen "Sennaja Platz" und "Institut der Technologie" in Sankt Petersburg statt. Ein weiterer Bombenanschlag auf der U-Bahn-Station "Ploschtschad Wosstanija" wurde verhindert, dank der rechtzeitigen Aufdeckung der unkonventionellen Sprengvorrichtung, die als ein Feuerlöscher getarnt war. Infolge der Explosion wurden 15 Menschen getötet und über 50 Menschen verletzt. 

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