US-Richter weist Polanskis Gesuch nach Aktenschließung in 40 Jahre altem Vergewaltigungsfall zurück

US-Richter weist Polanskis Gesuch nach Aktenschließung in 40 Jahre altem Vergewaltigungsfall zurück
Oscarpreisträger Roman Polanski während einer Pressekonferenz in Polen, nachdem ein polnisches Gericht seiner Auslieferung in die USA nicht stattgegeben hatte; 30. Oktober 2015.
Bereits 40 Jahre liegt der Tag zurück, an dem der Oscarpreisträger Roman Polanski eine Minderjährige vergewaltigt haben soll. Die USA haben sich mehrfach vergeblich um Auslieferung bemüht. Die Anwälte bemühen sich ihrerseits vergeblich um ein Verfahrensende.

Der amerikanische Richter Scott Gordon wies vor wenigen Tagen ein Gesuch des mittlerweile 83 Jahre alten Filmemachers Roman Polanski zurück, die Akten zu dem gegen ihn gerichteten, mittlerweile 40 Jahre alten Vorwurf der Vergewaltigung zu schließen. Das mutmaßliche Opfer war damals 13 Jahre alt.

Im Jahr 1978 floh Roman Polanski aus den USA, um einer Verhaftung zu entgehen. Um den Fall abzuschließen, müsse Polanski in die USA einreisen, heißt es vonseiten der Justiz. In diesem Fall fürchtet der Regisseur jedoch eine Haftstrafe. Er selbst ist französischer Staatsbürger, von daher droht ihm keine Auslieferung.

Im Jahr 1977 verbrachte Polanski 42 Tage im Gefängnis von Chino, wo er sich einem psychiatrischen Gutachten unterzog. Nachdem er hörte, dass der damalige Richter, Laurence Rittenband, erwägte, Polanskis Aufenthalt in dem kalifornischen Gefängnis in eine 50 Jahre lange Haftstrafe umzuwandeln, floh Polanski aus den USA und entging auf diesem Wege seiner Verhaftung. Ein Jahr lang befand er sich in der Schweiz unter Hausarrest. Alle Versuche eines amerikanischen Staatsanwalts, Polanski während seiner Reisen in andere Länder an die USA ausliefern zu lassen, scheiterten ebenfalls.

Samantha Geimer, die vorgibt, zum Opfer Polanskis geworden zu sein, als sie nur 13 Jahre alt war, veröffentlichte ihre Erlebnisse in einem Buch. Polanski war damals 43 Jahre alt und wollte die junge Samantha für die französische Zeitschrift Vogue fotografieren. In Jack Nicholsons Haus am Mulholland Drive soll Polanski dem Mädchen Alkohol eingeflößt und Drogen verabreicht haben. Nach Nacktaufnahmen Samanthas am Pool soll er sie anschließend vergewaltigt haben. Samantha vertraute sich einem Freund an, ihre Mutter hörte von dem Gespräch und zeigte Polanski an.

Polanski entschuldigte sich bei dem Opfer und zahlte eine halbe Million Dollar Schadensersatz. Der Richter Scott Gordon hat angekündigt, ein schriftliches Urteil zu verfassen, aus welchem hervorgeht, dass Polanski und seine Anwälte keine Schließung des Falls erwirken können. Polanski muss also weiterhin fürchten, im Fall einer Einreise in die USA verhaftet zu werden.

Interview mit dem Journalisten Rüdiger Suchsland über den Fall Roman Polanski: 

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