Die neue Ära Trump-TV: Die fiktive Welt gegen Trump rentiert sich

Die neue Ära Trump-TV: Die fiktive Welt gegen Trump rentiert sich
Boshaftes Trump-Poster für eine Zirkus ähnliche Show mit Spielen und Aktivitäten für alle Altersklassen in Cleveland, die zeitgleich mit den Parteitagen der Republikaner lief ; Ohio, USA, 17. Juli 2016
Das kriselnde Hollywood hat ein neue Sparte begründet: Aktuell formt sich das neue Genre "Anti-Trump-Unterhaltung". Bereits zum Ende des Wahlkampfes beflügelte Trump die Komödianten und TV-Stars. Die verhassten Fake-News-Kampagnen wurden durch die verschriftlichte "reale" Fiktion ersetzt.

Die US-Show “Satuday Night Live“ ist über die Grenzen der USA hinaus bekannt. An jedem Wochentag erreichen uns neue Episoden, die sich um das Thema Trump ranken. Die Liste der TV-Shows und Serien, die sich mit dem neuen Präsidenten als Figur und seiner neuen Regierung beschäftigen, ist lang. Man könnte gar von einem neuen “Anti-Trump-Genre“ sprechen.

Dominikanische Zeitung verwechselt Donald Trump mit Alec Baldwin. Auf dem Bild: Alec Baldwin als Donald Trump

Auf Netflix läuft derzeit “Designated Survivor“ mit Kiefer Sutherland in der Hauptrolle als einem Präsidenten, der unwillentlich den Vorsitz im Weißen Haus übernahm, nachdem ein Terroranschlag die oberste politische Riege und den Präsidenten ins Jenseits beförderte.

In einer der letzten Episoden hieß es:

"Der Präsident lernt im Job", daraufhin ein andere Figur: „Man kann nicht beim Arbeiten lernen.“

Trump-Unterstützer empfanden dies als einen direkten Angriff. Auch die Serie “Madame Secretary“ würde den derzeitigen US-Präsidenten auf die Schippe nehmen. Tea Leoni, in der Rolle der Außenministerin, trifft sich in der Geschichte mit einem chauvinistischen Regierungsoberhaupt der Philippinen, der gegenüber Frauen grobschlächtig ist. Er unterhält eine zweifelhafte Beziehung mit einer ausländischen Regierung unterhält, die seine Geheimnisse kennt.

Die Regierung Rodrigo Dutertes zeigte sich hieraufhin empört. Die Schauspielerin äußerte sich auf Twitter und sagte: „Lustig, ich hatte an jemand anderen gedacht.“ Eine Anspielung darauf, dass mit der chauvinistischen Figur Trump gemeint war.

In der US-Version der israelischen Serie “Homeland“ steht die neu gewählte Präsidentin im Konflikt mit dem Geheimdienst. “The Good Wife“, “The Good Fight“ alle schreiben mehr oder weniger kaschierend, um die Anti-Trump Abnehmer zu bedienen. Russland dient auch hier gerne als Sündenbock.

Quantico Showrunner Josh Safran zu dem neuen Phänomen:

Die Rolle der Kunst ist es zu jeder Zeit die Gegenwart zu reflektieren, in der sie sich bewegt. Es ist eine Zeit guter Prosperität. Oft sehen wir nicht auf die Politik über die wir schreiben, wir blicken auf die Zeit über die wir schreiben, oder auf verschiedene Perioden des Zwists im Leben der Menschen.

Trevor Noah Star der “Daily Show“ reitet ebenfalls auf der Trump-Comedy-Welle mit. Jetzt will die Show sogar eine Bibliothek in Manhattan eröffnen, in der Trumps Tweets veröffentlicht werden sollen. Jeder US-Präsident erhält eine Bibliothek, in denen Dokumente ausgestellt werden, aber Trump verfüge laut Noah über keine Dokumente, sondern nur Tweets.

Vielleicht entsteht aus den Anti-Trump Ressentiments letztendlich eine ganze Industrie, die Trump helfen wird und sein Ziel unterstützt: “Make America Great again!“ Noah sagte in einem Interview mit der Zeitung Die Zeit, dass Trump in jedem Fall gut für die Quoten sei.

ForumVostok