Für ein besseres Schweden: Eine neue schwedische Agentur gegen Rassentrennung

Für ein besseres Schweden: Eine neue schwedische Agentur gegen Rassentrennung
Ein Mann läuft durch den Vorort Husby, in dem mehrheitlich Migranten wohnen; Stockholm, Schweden, 7. April 2014.
Schweden ruft eine neue staatliche Agentur ins Leben, die sich gegen Rassentrennung richtet. Der Premierminister will damit ein Ende von Schießereien, Autobränden und Drogenhandels erreichen. Ein Blick ins ferne Asien könnte Schweden die Zukunft weisen.

Als "besonders empfindliche Gegenden" werden diejenigen vergessenen Orte in den schwedischen Großstädten bezeichnet, die zu sozialen Brennpunkten geworden sind und das kleine nordische Land international in ein schlechtes Licht rücken.

Seit Donald Trumps Aussage "Look, what happened last night in Sweden" blickt die internationale Presse intensiver auf das kleine Schweden. Sie suchte und fand oder beschwichtigte. Durch die Welt gingen Bilder von Krawallen, Schießereien, durch Steine werfende Schüler unterbrochenen Schulbetrieb und Problembezirke. Nun unternimmt die schwedische Regierung einen Schritt gegen die vermeintliche "Rassentrennung" in ihrem Land, in der sie die Ursache der derzeitigen Probleme sieht.

Leiter der Behörde wird Jonas Nygren sein, der zuvor der Leiter der Mieterunion war. Der schwedische Premierminister Stefan Löfven hatte die Pläne zu der neuen Einrichtung bereits im vergangenen Jahr bekannt gegeben, als er während der politischen Woche Almedansveckan auf Gotland weilte.

Straßenszene in Singapur

In einer Pressemitteilung äußerte nun der schwedische Minister für politische Koordination, Ibrahim Baylan:

Der Rassentrennung entgegenzuwirken, ist eine unserer wichtigsten Anliegen heute und in der Zukunft. Wir sind glücklich, dass Jonas Nygren uns zugesagt hat, die Arbeit zu leiten. Er hat das Wissen über Kommunen und Politik, versteht die Beziehung zwischen national und regional und ist eine Person, die Dinge in die Wege leiten kann.

Das Programm bis 2025 wird sich auf die Bereiche Kriminalität, Langzeitarbeitslosigkeit, Schulen, soziale Sicherheit und Wohnraum konzentrieren. Stefan Löfven äußert zum Ziel der Agentur:

Es muss ein Ende der Schießereien, der Autobrände und des Drogenhandels geben.

Eine afghanische Frau hält hilfesuchend eine schwedische Flagge hoch, Griechenland, Hafen von Piraeus, 8. April 2016.

Ein Blick in das ferne Singapur könnte Schweden die Zukunft einer modernen und multinationalen Gesellschaft weisen. International hat Singapur den Ruf eines Touristenziels mit strengen Gesetzen, in dem sogar das Kaugummikauen verboten ist. Manche bezeichnen es auch als "Disneyland mit Todesstrafe".

Aber Singapur hat mehr zu bieten: Abseits der harten Gesetzeshand hat das südostasiatische Land es geschafft, Rassenunruhen zu vermeiden und eine gesunde Mischung innerhalb seiner Gesellschaft herzustellen. Am Nationalfeiertag reihen sich Vertreter aller Glaubensrichtungen auf dem Podest zum stillen Gebet ein. Jedem ist es erlaubt, in Ruhe seinem Glauben zu frönen. Mehr als 80 Prozent der Singapurer leben in öffentlichem Wohnraum. Jeder Häuserblock hat ethnische Quoten, die die Ghettobildung vermeiden sollen.

Die Menschen gewöhnen sich aneinander. Kinder wachsen im Glauben an eine multikulturelle Gesellschaft auf und lernen einander zu respektieren.