CeBIT 2017: Merkel verweist besorgte Bürger auf Japans Umgang mit Technologie

CeBIT 2017: Merkel verweist besorgte Bürger auf Japans Umgang mit Technologie
Merkel sieht die Sorgen der Bürger um den digitalen Wandel, befürwortet diesen aber - auch im Interesse des freien Handels.
Bundeskanzlerin Angela Merkel wies in ihrer Eröffnungsrede zur weltweit größten Technologiemesse in Hannover auf die Sorgen der Bürger hin. Man könne vom Partnerland Japan und dessen unbesorgtem Umgang mit der Technik lernen, so Merkel. Was wird Snowden sagen?  

Auf der Messe, welche die Zukunft der Informationstechnik präsentiert, werden Technologien vorgestellt, die vor einiger Zeit nur als Science-Fiction denkbar waren. Dies erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer diesjährigen Eröffnungsrede zur CeBIT vor hochrangigem Publikum.

Industrie 4.0, Internet der Dinge, Big Data, IT- und Datensicherheit in einer vernetzten Gesellschaft sind damit Themen der Messe, auf der, wie es vonseiten der Organisatoren heißt, Digitalisierung zum Anfassen präsentiert werden soll. So lautet das Motto in diesem Jahr wieder "d!conomy" sowie "No limits", was auch den unvermeidlichen Einzug der Digitalisierung in alle möglichen Bereiche der Wirtschaft signalisiert.

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Während Bitkom-Präsident Thorsten Dirks im digitalen Wandel in erster Linie positive Aspekte für die Gesellschaft sieht, etwa Austausch, Transparenz und Teilhabe, erwähnte die Bundeskanzlerin auch die Sorgen der Bürger. Man müsse deren Verunsicherung im Hinblick auf den digitalen Wandel, bei der Sorge um Arbeitsplätze und um Datensicherheit verstehen.

Laut einer Studie seien Deutsche im Vergleich zu europäischen Nachbarn weitaus skeptischer gegenüber der Digitalisierung im Alltag und hätten weiterhin Vorbehalte gegenüber bargeldlosem Zahlen, der Nutzung von Apps oder Robotern. Insbesondere im Hinblick auf jüngste Wikileaks-Enthüllungen - bekannt unter der Bezeichnung VAULT 7 - haben derartige Sorgen wieder neue Aktualität erfahren. Es wurde bekannt, dass digitale Technik sogar abgeschaltete TV-Geräte zur Spionage missbrauchen kann.

Merkel meinte aber, man könne diesbezüglich viel von Japan lernen. Laut dessen Regierungschef Shinzo Abe gebe es eine derartige Angst vor der Digitalisierung dort nicht. Vielmehr wird Künstliche Intelligenz im Partnerland als unabdingbar für das Wachstum erachtet. In einer offensichtlichen Anspielung auf US-Präsident Trump hatte Merkel zudem betont, wie sehr man ein Partnerland wie Japan in Zeiten des Protektionismus schätze, da man nicht um freien Handel, offene Grenzen und Demokratie streiten müsse. Diese Errungenschaften betrachtet die Kanzlerin offenbar wie aus einem Guss betrachtet und sie können demnach wohl nicht miteinander in Konflikt stehen.

Edward Snowden, der ehemalige US-Geheimdienst-Mitarbeiter, der die Überwachungs-und Spionagepraktiken der USA entlarvte, steht für öffentliche Fragen zur Verfügung. RT Deutsch überträgt live und bietet eine Zusammenfassung seines Auftritts.