Der Afghanistan-Krieg als Satire: Brad Pitt als amerikanischer General in “War Machine”

Der Afghanistan-Krieg als Satire: Brad Pitt als amerikanischer General in “War Machine”
U.S. Army beim Videospielen auf ihrem Stützpunkt im Kherwar Distrikt, Logar Provinz, Afghanistan, 24. Mai 2012.
Es gibt ihn noch, den gutaussehenden, aalglatten amerikanischen Kriegshelden mit Moral. Oder? Brad Pitt mimt im fiktionalen Drama “War Machine“ einen General in Afghanistan, der auch als Rock Star für sein ausschweifendes Leben bekannt wurde. Eine Realsatire.

Im nun veröffentlichten Teaser-Trailer zum 60- Millionen-Dollar-Drama „War Machine“, des Regisseurs David Michods, warnt eine Journalistin, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen ist. Ein Stück Realität in dem Hollywood Streifen. Die Journalistin wird von der bekannten Darstellerin Tilda Swinton gespielt, Brad Pitt ist in der Hauptrolle des Generals McChrystal zu sehen und auch Ben Kingsley, Anthony Michael Hall und Topher Grace sind mit von der Partie.

Der Film ist eine Adaption des Bestsellerbuchs „The Operators: The Wild & Terrifying Inside Story of America’s War in Afghanistan” geschrieben vom Journalisten Michael Hastings. Das Buchdeckblatt ziert einen kopflosen General, behangen mit Auszeichnungen für seine Verdienste, in der linken Hand hält er eine Waffe, in der Rechten ein volles Whiskeyglas. Der Teaser gibt einen Vorgeschmack auf den Stil des Films, der sich zwischen Parodie und der Realität in Afghanistan bewegt.

Auf der Jagd nach Bin Laden lebte der General Stanley McChrystal ein Leben der Völlerei. Seine Kollegen nannten ihn auch „Rock Star“. Die Figur ist kein Hirngespinst des Autors, sondern existierte tatsächlich. Hastings veröffentlichte 2010 im Magazin „Rolling Stone“ einen Artikel mit dem Titel „The Runaway General“, in welchem sich McChrystal über Joe Biden und andere Persönlichkeiten Washingtons amüsierte. Eine Entschuldigung des Generals und eine Einreichung seiner Resignation folgten.

In seinem Buch deckt Hastings das Leben der Generäle und ihrer Gefolgsleute auf, das sich abseits eines sinnlosen Kriegs abspielt, in Bars mit Prostituierten und perfiden Armeespielen. Ein schockierendes Zeugnis Hinter den Kulissen der US-Armee. Es wird interessant sein zu erfahren, wie viel aus dem Buch in der Hollywood-Umsetzung zu sehen ist. Die „IMDB-Seite" (International Movie Database) preist das Drama als Satire an.

Die New York Times feierte Hastings Buch:

Eine imposante journalistische Leistung eines Washington-Outsiders, der mehr darüber zu wissen scheint, was in Washington los ist, als die meisten Insider.

Eine afghanische Frau und ihre Kinder vor dem Registraturzentrum des UN-Flüchtlingswerkes (UNHCR) in Kabul, Afghanistan, 27. September 2016.

Um Kabul auf die Leinwand zu bringen, flogen Darsteller und Team nach Abu Dhabi. Eine altes Gebäude wurde zur amerikanischen Botschaft Kabul umfunktioniert, Straßen denen der afghanischen Hauptstadt angepasst. Die Altstadt Ras al-Khaimah diente als Vorlage für pakistanische Dörfer und ein US-Stützpunkt im Film. Auch wurden Szenen am Pariser Platz in Berlin und in London aufgenommen. Der Film wird Ende Mai auf Netflix zu sehen sein.

Die Regierung entlässt den kriegshungrigen General, im Vorgeschmack auf den Film, mit den Worten:

Unsere Hoffnung ist, dass Sie der Mann sind, der den Job zu Ende bringt.

Doch die Zuschauer wissen, wie die Geschichte ausgeht: ein endloses In- und Out amerikanischer Soldaten und ein Land in Schutt und Asche am Tropf internationaler Hilfe. Heute unterrichtet der reale McChrystal Internationale Beziehungen in Yale.