Brexit und zu teures Olivenöl: Starkoch Jamie Oliver schließt sechs italienische Restaurants

Brexit und zu teures Olivenöl: Starkoch Jamie Oliver schließt sechs italienische Restaurants
Leidet unter dem Brexit und steigenden Preisen für Obst und Gemüse: Jamie Oliver.
Der international bekannte Starkoch Jamie Oliver beklagt die negativen Folgen des Brexit. Das britische Pfund hatte nach dem Referendum nachgegeben. Dadurch wurden Importe von frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, aber auch Olivenöl, deutlich teurer.

Man nennt ihn „The naked Chef“. Der britische Koch James „Jamie“ Oliver wurde vor allem für die Einfachheit der Zutaten und Zubereitung seiner Rezepte berühmt. Mittlerweile besitzt Oliver, dem ein persönliches Vermögen von rund 240 Millionen britischen Pfund (ungefähr 283 Millionen Euro) nachgesagt wird, ein gastronomisches Imperium.

Er hat über 10 Millionen Kochbücher weltweit verkauft, besitzt in Großbritannien und im Ausland 42 italienische Restaurants und hat mehrere eigene Kochsendungen. Doch nun ziehen scheinbar stürmische Zeiten auf. Wie eine Sprecherin von Jamie Oliver im Januar bekannt gab, werden sechs italienische Restaurants in Großbritannien nun geschlossen.

Die Preise für Gemüse gehen gerade durch die Decke.

Steigende Kosten wie zum Beispiel für Olivenöl machen die Restaurants immer weniger rentabel, so die Sprecherin. Der Geschäftsführer von Jamie Olivers Restaurantgruppe, Simon Blagden ergänzte:

Wie jeder Restaurant-Besitzer weiß, ist die Gastronomie ein harter Markt, und der Druck und die Ungewissheiten nach dem Brexit machen es nochmal härter.

Die Schließungen betreffen folgerichtig nur Restaurants in Großbritannien. Im Ausland hingegen sollen dieses Jahr 22 neue italienische Restaurants eröffnet werden. Für die Mitarbeiter in Großbritannien werde nach alternativen Beschäftigungen gesucht. Abgesehen von den Problemen auf dem britischen Markt, sei das Unternehmen „in sehr guter Verfassung.“

Einige Stimmen in den britischen Medien wie die „Daily Mail“ sehen die Schließungen der Restaurants weniger im Zusammenhang mit dem Brexit, als vielmehr mit zu hohen Preisen, fadem Essen und schlechtem Service in den Lokalen. Es gab auch immer wieder Kritik am Geschäftsgebaren des „Naked Chef.“

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Die Verteuerung der Lebensmittel ist allerdings nur zu einem Teil eine Folge des schwächeren britischen Pfunds. Hinzukommen Lieferschwierigkeiten aus dem Süden Europas, da dort ein harter Winter zu Ernteausfällen geführt hat. Durch die Engpässe zogen die Preise für Obst und Gemüse in ganz Europa an.

Einige Supermärkte in Großbritannien, wie zum Beispiel Tesco, rationierten sogar zweitweise den Kauf von Gemüsesorten wie Zucchini und Salat. Besonders betroffen ist laut der „Allgemeinen Hotel-und Gastronomie-Zeitung“ der Olivenanbau im Mittelmeerraum. „Spiegel Online“ berichtet, dass die Landwirte im Mittelmeerraum derzeit zum dritten Mal in Folge eine miserable Ernte einfahren.

Dadurch explodieren die Preise für Olivenöl. Laut der „Allgemeinen Hotel-und Gastronomie-Zeitung“ stiegen die Preise in Spanien um 27 Prozent und in Italien um 21 Prozent. In Großbritannien ist durch die Kombination des fallenden britischen Pfund und Wetterkapriolen im Süden Europas das Olivenöl so teuer wie schon seit zehn Jahren nicht mehr.