Nationaler Anti-Fracking-Tag: Proteste in Großbritannien

Nationaler Anti-Fracking-Tag: Proteste in Großbritannien
Schon im Dezember 2016 protestierten hunderte Aktivisten gegen die Fracking-Anlage in Lancashire
Eine neue Studie zeigt das Ausmaß der Umweltzerstörung durch Fracking. Die Initiative Frack-Off organisiert einen nationalweiten Protest gegen den Einsatz der Methode. In Lancashire gab die britische Regierung grünes Licht für das Verfahren.  

Am 25. Februar feiern die Briten den nationalen Anti-Fracking-Tag. Die Initiative Frack-Off ruft zu einer Massenkundgebung auf, um gegen Fracking zu protestieren. Die Protestaktion findet in Lancashire statt. Dort bohrt die britische Erdöl-Firma Cuadrilla in der Produktionsstätte Preston New Road.

"Es ist jetzt wichtiger denn je, dass wir eine starke Botschaft an die Fracking-Branche senden - dass es keine soziale Lizenz für das Fracking in Lancashire oder irgendwo sonst gibt“, so die Kampagne Don’t Frack Lancshire.

Der Gemeinderat lehnte die Baugenehmigung vehement ab. Tausende von Einwohnern äußern fortwährend ihren Unmut. Nur 17 Prozent der Bevölkerung befürworten den neuen Industriezweig. Die Unterstützer meinen hingegen, Schiefergase zu extrahieren, schaffe Arbeitsplätze und bringe wirtschaftliches Wachstum.

Fracking Maschinen in Texas, 4. Juni 2015.

Dabei gehen sie nicht auf die wirklich relevanten Aspekte ein: langfristige Gefahren für Umwelt und Gesundheit.

Beim Bohren mithilfe von Fracking treten massiv toxische Gase und Flüssigkeiten aus. Über die Luft und das Grundwasser gelangen sie auch in die umliegenden Siedlungen. Die Frackingbrühe besteht aus Wasser, Sand und chemischen Zusätzen. Die Ergänzungen sollen die Anlagen vor Korrosion schützen und Bakterien abtöten. Zudem dienen sie als Schmierstoffe. Sie sind außerdem gesundheitsgefährdend. An Fracking-Standorten wird eine erhöhte Anzahl an Frühgeburten festgestellt. Experten vermuten eine Korrelation mit der gemessenen Luftverschmutzung.

Ein Forschungsteam um Lauren Patterson an der Duke University in North Carolina liefert nun weitere erschreckende Ergebnisse. In der aktuellen Studie untersuchte das Team nur die Lecks an den Förderanlagen und Pipelines. Es wurden alle gemeldeten Lecks zwischen dem Jahr 2005 und 2015 ausgewertet. Untersucht wurden Emissionen von 31.000 Standorten in vier Bundesstaaten der USA: Colorado, New Mexico, North Dakota und Pennsylvania. Innerhalb der Zeitspanne sind 6.648 Austritte bekannt geworden. Vom Fracking geht somit eine starke Bedrohung für das gesamte Ökosystem aus.

Die Studie ergab außerdem, dass undichte Speichertanks und Leitungen das Hauptproblem darstellen. Die Gifte gelangen von dort nach draußen und verunreinigen die Böden, Seen, Flüsse sowie das Grundwasser.

Demonstranten und Polizisten während einer Kundgebung in Standing Rock, North Dakota, USA, 15. November 2016.

Ein besonders hohes Risiko für die Leckagen besteht, wenn die dazu gehörigen Bohrlöcher erst weniger als drei Jahre in Betrieb waren. Das liegt daran, dass zu Beginn der Produktion der höchste Energieumsatz bei maximaler Ausbeute erfolgt. Die Wahrscheinlichkeit für Leckagen erhöht sich zudem weiter, wenn an einem Standort schon einmal Giftstoffemissionen schon aufgetreten sind.

Neben der Umweltverschmutzung wird auch der Wasserverbrauch zum Diskussionsthema beim Fracking. Es werden pro Anlage zwischen durchschnittlich 14 Millionen Liter an Wasser benötigt. Bei mehr als 30.000 Standorten allein in vier Bundesstaaten handelt es sich um einen Wasserbedarf von 420 Millionen Litern. Das verbrauchte Wasser kann dabei nur bedingt entgiftet, filtriert und recycelt werden.

Aufgrund dessen, wie sich die Fracking-Industrie in den USA entwickelt, fühlt sich auch die Bevölkerung von Großbritannien zunehmend mobilisiert, gegen die Einführung dieser Anlagen zu protestieren. Bereits elf Produktionsstätten existieren, drei davon sind aktiv.

"Mehr als einen Monat lang haben sich die Leute versammelt, um den Fortschritt von Cuadrilla zu verzögern", erklärt Don’t Frack Lancshire. "Am 25. Februar wird der Anti-Fracking-Tag uns alle zusammenbringen. Wir werden gemeinsam protestieren, um diese Branche zu stoppen“