Brachiale Kulturpflege via Giftspritze: Japanischer Zoo vernichtet Schneeaffen wegen Fremdgen

Brachiale Kulturpflege via Giftspritze: Japanischer Zoo vernichtet Schneeaffen wegen Fremdgen
Ein japanischer Schneeaffe badet in einer heißen Quelle in der Stadt Yamanouchi; 17. Februar 2008.
Wer kennt nicht die Bilder japanischer Schneeaffen, die sich im Winter an den heißen Quellen Japans erwärmen? Nun machte ein Zoo in Japan Schlagzeilen. Er ließ 57 Schneeaffen aufgrund ihres fremden Genpools durch die Giftspritze beseitigen.

Schneeaffen sind eine Attraktion Japans. An den heißen japanischen Quellen, genannt Onsen, verbringen sie regelmäßig die Wintermonate. Jüngst drohten sich allerdings einige japanische Schneeaffen, auch unter den Namen Japanmakaken und Rotgesichtsmakaken bekannt, mit gewöhnlichen Rhesusaffen zu vermischen. Infolge dessen hätten sie jedoch nicht mehr als reinrassig japanisch gegolten.

Der ordinäre Rhesusaffe ist in Japan verboten. Infolge der Vermischung hätte die Gefahr bestanden, dass die Affen in die Wildnis ausbrechen und sich dort vermehren. Dies hätte das ökologische System Japans aus dem Gleichgewicht bringen können. 

Über Webcams lassen sich die reinrassigen Schneeaffen bei ihren Badespielen in der Wildnis bewundern.

Der Takogoyama-Zoo in der Stadt Futtsu, einer Präfektur der Region Chiba, hat nun zu radikalen Maßnahmen gegriffen und ein Drittel seines Bestandes an Schneeaffen durch die Giftspritze. Anschließend hielt der Zoo in einem buddhistischen Tempel eine Gedenkveranstaltung anlässlich der Massenvernichtung ab.   

Japan hat es auch in anderen Bereichen vorgezogen, sich gegen globale Einflüsse zu wappnen und so seine Kultur zu bewahren. Als Fremder, genannt "Gaijin", erhält man bei der Registrierung in Japan eine sogenannte Alien-Karte.

Während Deutschland sich in Zeiten des Arbeitskräftemangels Millionen Gastarbeiter bediente, griff Japan stets auf die eigene Bevölkerung zurück, um das Land in die Moderne zu bringe, um nicht die eigene Kultur in Gefahr zu bringen.

Fehlender Zuzug und fragwürdige Geburtenkontrollprogramme haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. Heute sieht sich Japan mit den Problemen einer überalterten Bevölkerung konfrontiert. Es verwundert nicht, dass der Ersatz fehlender Arbeitskräfte durch Roboter in der japanischen Regierung diskutiert wird, um Einwanderung zu umgehen. Japan ist ein Land, dass auf eine Geschichte kultureller Isolation zurückblicken kann, die es bewahren will - selbst wenn es um den Bestand an Affen geht. 

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