Muslimische Aktivisten sammeln über 66.000 US-Dollar für geschändeten jüdischen Friedhof

Muslimische Aktivisten sammeln über 66.000 US-Dollar für geschändeten jüdischen Friedhof
Linda Sarsour, Aktivistin
Zwei prominente muslimische Aktivisten haben zusammen mehr als 66.000 US-Dollar für die Reparatur eines jüdischen Friedhofs gesammelt. Vandalen hatten über 150 Grabsteine des Chesed Shel Emeth Friedhofs in der University City in Missouri beschädigt.

Der vorstädtische Friedhof St. Louis wurde zwischen Sonntagabend und Montagmorgen geschändet, meldet die Washington Post. Am Dienstagabend begannen Linda Sarsour und Tarek El-Messidi eine Spendenaktion, die 20.000 US-Dollar sammeln sollte, um die Schäden zu reparieren. Sie übertrafen ihre Wunschsumme um mehr als das Dreifache.

Im Vorfeld der Tat wurden innerhalb der amerikanischen Gesellschaft jüngst vermehrt Sorgen über mögliche Hassverbrechen geäußert. Diese waren mit Blick auf zwölf Berichte über Bombendrohungen an jüdische Gemeindezentren und dem Brand einer Moschee in Texas im vergangenen Monat nicht ganz unbegründet.

Nach Bombenanschlägen und Hassverbrechen gegen Dutzende jüdischer Gemeindezentren in den Vereinigten Staaten wurde am vergangenen Wochenende ein historischer jüdischer Friedhof geschändet. Es wurden über 170 Grabsteine ​​beschädigt", lautet das Statement der LaunchGood-Kampagne.

Dem wurde hinzugefügt, dass die muslimischen Amerikaner "solidarisch an der Seite der jüdisch-amerikanischen Gemeinde stehen, um diesen schrecklichen Akt der Schändung" des Chesed Shel Emeth Friedhofes zu verurteilen.

Durch diese Kampagne hoffen wir, eine gemeinsame Botschaft von den jüdischen und muslimischen Gemeinden zu übermitteln: dass es in Amerika keinen Platz für diese Art von Hass, Schändung und Gewalt gibt.

Bis Mittwochmittag sammelte die Kampagne 66.000 US-Dollar und gewann mehr als 2.000 Unterstützer.

 

"Das ist eine wirklich menschliche Frage", erklärte El-Messidi der Washington Post.

Aber aus diesem schrecklichen Wahlzyklus ist etwas Schönes hervorgekommen: Muslime und Juden haben sich zusammengetan, um sich gegenseitig zu unterstützen und sich diesem Hass entgegenzustellen. Die Politik kann der grundlegenden Menschlichkeit im Wege stehen. Ich hoffe, das wird all diese Mauern durchbrechen – das ist nicht als Wortspiel gemeint – und uns helfen, uns näher zusammenzubringen.

Sarsour und El-Messidi sind zwei zunehmend einflussreiche Aktivisten der muslimische Gemeinschaft. Sarsour wird die Organisation des Frauenmarsches angerechnet, an dem im vergangenen Monat international Millionen Menschen teilnahmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass El-Messidi aus Knoxville eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne organisiert hat. Im Dezember 2015 sammelte er über 215.000 Dollar für die Opfer und Angehörigen des Massakers in San Bernardino und forderte Muslime auch dazu auf, Kondolenzbriefe an die Familie des Botschafters Chris Stevens zu schreiben, der während des Benghazi-Anschlags im Jahr 2012 getötet wurde. An jenem Thanksgiving erhielt Stevens Schwester 8.000 Briefe. Die Washington Post berichtete davon.

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