USA: Arbeiter wegen brutaler Misshandlung von Kühen verhaftet

USA: Arbeiter wegen brutaler Misshandlung von Kühen verhaftet
Es wird getreten und geschlagen: Auch in Molkereien kommt es immer wieder zu Misshandlungen von Tieren.
Man ist mittlerweile einiges an Grausamkeiten gewöhnt, wenn es um industrielle Tierhaltung geht. Die meisten verstörenden Bilder stammen in der Regel aus Schlachthöfen. Doch auch in Molkereien wird oft nicht gerade zimperlich mit den Tieren umgegangen.

Eine Überwachungskamera wurde dem Mitarbeiter einer Molkerei im kalifornischen Tulare County zum Verhängnis. Der 43-jährige Pablo Carcamo wurde von der örtlichen Polizei wegen des Verdachts auf Tierquälerei verhaftet. Der Mann soll mit einem Metallrohr auf die Kühe im Betrieb eingeschlagen haben.

Der Vorgesetzte Carcamos sah die verstörenden Bilder auf dem Video der Überwachungskamera und schaltete sofort die Polizei ein. Laut der internationalen Tierschutzorganisation Mercy for Animals (Gnade für Tiere) sind Bilder wie jene aus Kalifornien kein Einzelfall. In einem grausamen Undercover-Video über eine Molkerei in Kanada hatte die Organisation schon 2014 nachgewiesen, wie brutal es in einigen Molkereien zugeht.

In dem damaligen Video konnte man unter anderem sehen, wie Kühe mithilfe einer Kette, die mit einem Traktor verbunden ist, in die Höhe gerissen werden. Mitarbeiter hatten sie zudem getreten und geschlagen. Das Video hatte mit dazu beigetragen, dass die Verantwortlichen der kanadischen Molkerei zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden. Zudem verboten Gerichte dem Besitzer der Molkerei den Besitz von Tieren für die Zukunft.

Kommt das Steak der Zukunft aus dem 3D-Drucker?

Es war das erste Mal in Kanada, dass die Justiz einen industriellen Landwirtschaftsbetrieb wegen Tierquälerei verurteilte. Die Tierschutzorganisation PETA macht auch in Deutschland mobil gegen eine Milchindustrie, die auf so genannte Hochleistungskühe setzt. Auf ihrer Webseite schreibt PETA:

Das Euter der Kühe ist besonders empfindlich. Die auf Grund der Züchtung unnatürlich hohe Milchmenge, die die heutigen Kühe in der Hochleistungszucht geben, führt dazu, dass die ganze Nahrungsenergie in die Milchproduktion gesteckt wird. Der restliche Körper erscheint im Gegensatz zum Euter ausgemergelt und eingefallen. Die für die Milchproduktion benötigten Aminosäuren werden der Muskulatur entzogen. Das hat zur Folge, dass die Kuh auf bis zu 100 Kilo abmagert. Doch im Mittelpunkt steht nicht der Leidensdruck der Tiere, sondern die maximale Produktionsmenge.

Auch die Nutzung von Antibiotika thematisiert PETA:

Knapp 800 Tonnen Antibiotika wurden 2005 in der Nutztierhaltung verwendet, erheblich mehr als in der Humanmedizin. Bei Kühen sind es vor allem Euterentzündungen und Atemwegserkrankungen, die zur Antibiotikagabe führen, aber auch Haut- oder Darmerkrankungen werden damit behandelt. Rund 30 Prozent aller Kühe in der Milchproduktion leiden an Mastitis, einer Euterentzündung. Unter anderem aus diesem Grund raten Experten vom Rohmilchkonsum ab. Zu groß ist die Gefahr, Keime mit aufzunehmen.

In Deutschland steht der Tierschutz seit 2002 als Staatsziel in der Verfassung. Die dazu erforderliche Grundgesetzänderung wurde am 31. Juli jenes Jahres im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat am Tag darauf in Kraft (BGBl. I Nr. 53). Der neue Artikel 20a GG im Grundgesetz lautet:

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Symbolbild - Verstrahlte Wildschweine in der 30-km Sperrzone rund um Tschernobyl im Februar 2011.

Tierrechtsaktivisten monieren jedoch, dass sich durch die Verfassungsänderung in der Praxis nicht viel geändert habe. Tierversuche sind immer noch nicht verboten und die industrielle Massentierhaltung geht ebenso weiter.

Deutschland gilt vielmehr als das "Schlachthaus Europas". Bei der Schweineschlachtung steht Deutschland mit mehr als 58 Millionen getöteten Tieren pro Jahr auf Platz 1 der europäischen Spitzenproduzenten. Beim Rindfleisch liegt Deutschland auf Platz 2 hinter Frankreich, wie der Fleischatlas 2014 des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt. Auf dem größten Geflügelschlachthof Europas im niedersächsischen Wietze schlachtet eine Maschine 450 Tiere pro Minute.

Hinweis: Das Video enthält verstörende Bilder!