Sozialistisches Kino: Kuba und China wollen gemeinsame Filmproduktion ausbauen

Sozialistisches Kino: Kuba und China wollen gemeinsame Filmproduktion ausbauen
Kubanische Mädchen laufen während Filmarbeiten über die Szenerie zum Horrorfilm "Juan de los muertos" am Malecon, Havanna.
Filmemacher aus den beiden sozialistischen Staaten haben sich geeinigt, ihre Zusammenarbeit auszubauen. Bereits im Vorjahr drehte ein kubanisch-chinesisches Team eine erste Koproduktion. Die Beziehungen zwischen den Ländern verbessern sich ständig.

Jonathan Shen, der Leiter des chinesischen Filmproduktionsunternehmens Shinework Picture, und der kubanische Botschafter in China, Miguel Angel Ramirez, vereinbarten am Freitag, die Kooperation beider Länder im Bereich der Filmproduktion auszuweiten. Dies berichtete die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina. Während eines Treffens in der kubanischen Botschaft in Peking besprachen die Teilnehmer der Zusammenkunft mögliche Formen der Kooperation in den Bereichen Fernsehen und Spielfilm. Beide drückten ihren Wunsch aus, den kulturellen Austausch zwischen den beiden sozialistischen Staaten zu fördern.

Botschafter Ramirez bezeichnete die kubanische Öffentlichkeit als "Kinoliebhaberin" und "Filmkritikerin". Die Kubaner weisen ein hohes kulturelles Niveau auf. Das Internationale Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films, welches jedes Jahr im Dezember in der kubanischen Hauptstadt Havanna stattfindet, ist das bedeutsamste Ereignis der so genannten siebten Kunst im sozialistischen Tropenparadies.

Shen befürwortete es seinerseits, die chinesische Öffentlichkeit auf dem Wege der Filmkunst mit der kubanischen Kultur bekannt zu machen. Die Partner planen zudem, gemeinsame Produktionen miteinander zu organisieren. Shens Firma Shinework Picture ist eines der größten chinesischen Unternehmen in der Filmbranche. Im Januar dieses Jahres veröffentlichte sie den Film Kung Fu Yoga, in dem auch der weltberühmte chinesische Schauspieler Jackie Chan spielt.

Bereits im letzten Jahr drehten kubanische und chinesische Filmproduzenten gemeinsam den Film Amor en La Habana (Liebe in Havanna) im Stadtteil Barrio Chino (Chinesisches Viertel) der kubanischen Hauptstadt. Amor en La Habana dreht sich um die Geschichte eines kubanisch-chinesischen Liebespaares und die Spannungen, die aus den unterschiedlichen Kulturen resultieren. Der Film ist die erste kubanisch-chinesische Koproduktion.

Die Regierungen beider sozialistischen Staaten bauen seit den 1990er Jahren systematisch ihre Beziehungen aus, nachdem diese an den Folgen des sowjetisch-chinesischen Zerwürfnisses in den 1960er Jahren gelitten hatten. Damals stellte sich Kuba auf die Seite Moskaus. Inzwischen ist China der zweitgrößte Handelspartner des sozialistischen Inselstaates. Der Financial Times zufolge beläuft sich die Summe des bilateralen Handels auf 750 Millionen US-Dollar. Auch in anderen Bereichen besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Havanna und Peking, die nicht zuletzt darauf beruht, dass beide über eine gemeinsame Weltsicht verfügen sowie eine aggressive US-Außenpolitik ablehnen.