Skandal in katholischer Kirche: Spanische Nonne bezweifelt immerwährende Jungfräulichkeit Marias

Skandal in katholischer Kirche: Spanische Nonne bezweifelt immerwährende Jungfräulichkeit Marias
Freut sich auch schon mal auf Twitter, wenn der FC Barcelona ein Spiel gewinnt: Lucia Caram.
Sie lebt als Nonne in einem Dominikaner-Kloster in Barcelona. Doch nebenher ist sie auch ein Medienstar und eine Köchin. Lucia Caram, eine Argentinierin mit libanesischen Wurzeln, sorgt mit ungewöhnlichen Äußerungen über ein katholisches Dogma für Aufregung.

Mit kontroversen Äußerungen über die Gottesmutter Maria hat eine katholische Ordensschwester in Spanien für Aufsehen gesorgt. In der TV-Sendung „Chester in Love“ stellte Lucia Caram die unbefleckte Empfängnis infrage:

Ich glaube, dass Maria und Josef ein normales Liebespaar waren. Und es ist normal, Sex zu haben.

Die Nonne lebt seit 27 Jahren in Spanien. Sie fand nach eigenen Angaben während der Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 zu ihrer Berufung, als sie Zeugin davon ausgehender Gewalt wurde. Seitdem setzt sie sich vor allem dafür ein, das Leid der Menschen zu lindern und den interreligiösen Dialog zu fördern. Auf Twitter hat die umtriebige Nonne über 180.000 Follower.

Madeleine Albright will aus Solidarität mit Flüchtlingen zum Islam kon­ver­tie­ren

Sie ist zudem eine aktive Unterstützerin der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Neben ihrem Leben als Nonne taucht sie auch immer wieder in den Medien auf. So wird sie oft zu Talkshows eingeladen und trat auch schon in Kochsendungen auf. Nun äußerte sie sich am Sonntag während der Fernsehsendung „Chester in Love“ im spanischen Fernsehen zur immerwährenden Jungfräulichkeit Marias:

Es ist schwer zu glauben und zu verinnerlichen. Wir stecken fest in Regeln, die wir erfunden haben, ohne die wahre Botschaft zu erreichen.

Die Nonne hatte sich schon früher öffentlich zum Thema Sex geäußert. In der „Risto Mejidon Show“, kritisierte sie die katholische Sexualmoral:

Sex ist eine Möglichkeit, seine Gefühle und Liebe auszudrücken. Und es ist Teil aller Menschen. Die Kirche hat das Thema als schmutzig und geheim behandelt, aber ich denke Sex ist ein Segen.

Mogherini: Europa verzeichnet wachsenden Antisemitismus

Sie wurde während der Sendung auch gefragt, ob sie masturbiere. Caram antwortete:

Genauso wie ich ihnen gesagt habe, dass ich eine Jungfrau bin und noch nie Sex hatte, sage ich ihnen auch, dass ich nicht masturbiere.

Die neuesten Äußerungen von Caram zur Jungfrau Maria veranlassten das Bistum von Vic zu einer öffentlichen Erklärung:

Der Glaube, dass Maria eine immerwährende Jungfrau war, ist seit Anbeginn Teil des kirchlichen Glaubens, und diese Wahrheit im Glauben wurde im zweiten Konzil von Konstantinopel verkündet. Die Jungfräulichkeit Marias ist der primäre Teil der Mariendogmen, die von Katholiken und orthodoxen Christen geachtet werden. Solche Äußerungen (wie von Lucia Caram) stimmen nicht mit dem Glauben der Kirche überein.

Mit Konsequenzen muss Caram, die im Jahr 2015 in Spanien zu einer der 100 einflussreichsten Frauen gewählt wurde, vermutlich nicht rechnen.

ForumVostok