Alles Matrix oder was? Forscher meinen, dass wir in einem 2D-Hologramm leben könnten

Alles Matrix oder was? Forscher meinen, dass wir in einem 2D-Hologramm leben könnten
Verwirrend: Wenn das Universum ein Hologramm ist, bedeutet das dann, dass eine Holobrille ein Hologramm in einem Hologramm erzeugt?
Unser Universum ist dreidimensional - so meinen wir jedenfalls. Höhe, Tiefe, Länge – doch was, wenn alles Teil einer großen Illusion ist? Eine neue Studie behauptet Beweise dafür gefunden zu haben, dass wir eigentlich die ganze Zeit auf einen Flachbildschirm starren.

Dass man seinen Sinnen nicht trauen kann, wussten schon die ersten abendländischen Philosophen im antiken Griechenland. Sokrates sprach davon, dass man es im Alltag ausschließlich mit sinnlicher Erfahrung zu tun habe. Tatsächlich jedoch läge eine viel wahrere Welt hinter dieser, eine Welt vernünftiger und stabiler „Ideen“.

Eine neue Studie von theoretischen Physikern und Astrophysikern aus Kanada, Italien und Großbritannien meint nun Beweise dafür gefunden zu haben, dass wir mit unseren Sinneswahrnehmungen komplett danebenliegen. Es geht um den Big Bang. Und es ist kompliziert. Die Wissenschaftler untersuchten Irregularitäten im „Cosmic Microwave Backround“. Dabei geht es nicht um kosmische Fertiggerichte und einen riesigen Mikrowellenherd, sondern um sogenannte „Hintergrundstrahlung.“

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Bei der „Hintergrundstrahlung“ handelt es sich um eine im ganzen Universum vorkommende Strahlung im Mikrowellenbereich, die kurz nach dem Urknall entstanden ist. Man nennt diese Strahlung auch das „Nachglühen“ des Urknalls. Die Wissenschaftler sammelten mit den fortschrittlichsten Teleskopen und anderen empfindlichen Messinstrumenten enorme Mengen an Daten über diese Strahlung und suchten darin nach Unregelmäßigkeiten.

Die Auswertung dieser Daten erhärtete offenbar die Annahme, dass wir in einem 2D-Universum leben. Oder in anderen Worten, in einer Art Hologramm. Doch wie muss man sich das vorstellen? Wir nehmen das Universum über unsere Sinne in drei Dimensionen wahr. Jedes Objekt hat eine gewisse Länge, Tiefe und Höhe. Selbst ein dünnes Blatt Papier ist mehrere Mikrometer dick und daher ein dreidimensionales Objekt.

In einem dreidimensionalen Universum können wir zum Beispiel Spaghetti um eine Gabel wickeln. In einem zweidimensionalen Universum wäre dies unmöglich. Auch gäbe es keine Soße auf den Spaghetti. Es gibt kein oben und kein unten. Das ist schwere gedankliche Kost. Doch genau das glauben die Wissenschaftler. Sie gehen davon aus, dass unser Universum ein Hologramm sein könnte, oder ein Flachbildfernseher.

Schließlich werden auch im TV die Menschen in 3D dargestellt. Doch die Illusion funktioniert nur so lange, bis wir näher an den Fernseher herantreten und die einzelnen Pixel erkennen, die Tiefe simulieren. Bei solchen Gedanken kann man schon mal einen Knoten im Gehirn bekommen. Sofern natürlich das Universum dreidimensional ist – ein 2D-Knoten ist nicht möglich.

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Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre neuen Erkenntnisse dabei helfen könnten, die Widersprüche zwischen Albert Einsteins Gravitationstheorie und der Quantenphysik aufzulösen. Der federführende Autor der Studie, Niayesch Afshordi, von der Universität of Waterloo in Kanada, sieht einen großen Durchbruch:

Das Modell eines Universums als Hologramm weicht stark von der herkömmlichen Sichtweise des Bing Bangs, welches auf Gravität und Ausdehnung beruht, ab.

Und der Wissenschaftler ergänzt:

Jedes dieser Modelle hilft uns Schlüsse zu ziehen, die wir testen können, da wir unsere Daten weiter verfeinern. Das hilft uns, unser theoretisches Wissen schon in den nächsten fünf Jahren zu verbessern.

Für alle Normalsterblichen bleiben da nur noch zwei Möglichkeiten:

Entweder der Theorie vertrauen und ab jetzt in 2D leben – oder nicht zu nah an den Flachbildschirm treten.