New Hampshire gegen Demokraten-Vorstoß: Verbot von russischem Wodka würde Millionen US-Dollar kosten

New Hampshire gegen Demokraten-Vorstoß: Verbot von russischem Wodka würde Millionen US-Dollar kosten
New Hampshire gegen Demokraten-Vorstoß: Verbot von russischem Wodka würde Budgets in USA schaden
Der Minderheitsführer der Demokraten in New Hampshire, Jeff Woodburn, ist fest von der russischen Verschwörung gegen die amerikanische Demokratie überzeugt. Deshalb will er nun einen staatlichen Boykott russischen Wodkas. Die Bevölkerung ist wenig begeistert.

Die Alkohol-Kommission des US-Staates New Hampshire hat die Verluste berechnet, die ein Einfuhrverbot von russischem Wodka für die Staatskasse zur Folge hätte. Den Informationen zufolge, die ein offizieller Vertreter dieser Kommission RT bereitgestellt hat, würde das Budget des US-Bundesstaates ungefähr zwei Millionen US-Dollar an Einnahmen pro Jahr verlieren. Zuvor hatte der Senator Jeff Woodburn zum Boykott gegen russischen Wodka aufgerufen. Woodburn ist der Anführer der Demokraten-Minderheit in dem Bundesstaat. In der Bevölkerung stößt der Vorstoß auf wenig Gegenliebe.

Im Wahlkampf schenkten sie sich nichts: Hat Russland die Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump beeinflusst.

Der Senator hatte zuvor angedeutet, die Republikaner würden Putin mehr vertrauen als den Demokraten. In den sozialen Netzwerken versucht er seine Unterstützer davon zu überzeugen, dass Russland gewillt sei, die Demokratie in den Vereinigten Staaten zu zerstören.

Deshalb hat er auch einen Gesetzesentwurf, der den Verkauf von Alkoholprodukten vorsieht, die aus Russland stammen, in die gesetzgebende Versammlung des US-Staates eingebracht. Er schlägt vor, es den Läden in New Hampshire zu verbieten, russischen Alkohol zu verkaufen. Ausserdem soll der örtliche Wodkahersteller Old Man oft the Mountain dazu verpflichtet werden, kein russisches Ethanol mehr bei seiner Produktion zu verwenden.

Da sich Russland in die US-amerikanischen Wahlen eingemischt hat, kann New Hampshire keine Geschäfte mit diesem Land mehr auf dem üblichen Niveau machen. Dieser Gesetzentwurf ist eine vernünftige Antwort unseres Bundesstaates auf die beispiellose Bedrohung für unsere Demokratie", sagte Jeff Woodburn.

Der Entwurf sieht außerdem noch andere Maßnahmen vor, die in Form neuer Sanktionen eingeführt werden sollen. Eine davon wären Einschränkungen bei der Verwendung von New Hampshires Rentenfonds-Geldern zum Zwecke der Investition in russische Firmen.

Eine weitere Maßnahme, die Woodburn vorschlägt ist, die Schaffung eines eigenen Organs innerhalb der Regierung des US-Staates, das sich damit beschäftigen soll, Antworten auf die "Einmischung Russlands" in den US-amerikanischen demokratischen Prozess zu finden. Diese Kommission soll aus Mitgliedern beider Parteien bestehen. Die Autoren des Gesetzentwurfes sind der Meinung, dass "dieses Organ es ermöglicht, zu verstehen, wie der Bundesstaat am rationalsten auf ausländische Attacken reagieren kann, da man Sanktionen auf föderaler und auf regionaler Ebene einführen muss".

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Laut Informationen, die RT von Jay Powers, dem offiziellen Vertreter der Alkoholkommission der Regierung des Staates New Hampshire, erhalten hat, lassen die vorgeschlagenen Maßnahmen einen jährlichen Verlust von zwei Millionen US-Dollar an Einnahmen für das Staatsbudget erwartet.

Im Jahr 2016 wurden in New Hampshire russische alkoholhaltige Getränke im Wert von 6,4 Millionen US-Dollar verkauft. Das Staatsbudget hat daraus zwei Millionen US-Dollar an Einnahmen erfahren", teilte Powers RT in einem Gespräch mit.

Den Worten des US-Beamten nach gibt es im Staat New Hampshire insgesamt 79 Läden, die alkoholhaltige Getränke aus russischer Produktion anbieten. Außerdem merkte er an, dass im letzten Jahr ein Rekord beim Verkauf von starkem Alkohol erzielt wurde.

Die Bewohner von New Hampshire, mit denen RT sprach, sind mit der Gesetzesinitiative der Demokraten nicht einverstanden und finden, dass die Forderung nach einem Verbot des Verkaufs von russischem Wodka "eine absurde Antwort der Demokraten auf die Resultate der Präsidentenwahl" ist. Derartige Gesetzentwürfe würden der Meinung der Bürger nach den Prinzipien des freien Marktes der USA widersprechen. Die Menschen im traditionell libertär geprägten New Hampshire wollen sich nicht vom russischen Wodka verabschieden.

Ich bin darüber enttäuscht, dass Gesetzgeber meines Bundesstaates einen derartigen Entwurf vorgelegt haben. Die Mehrheit der US-Amerikaner glaubt an den freien Marktkapitalismus. […] Unsere Abgeordnete verbieten etwas, wenn ihre Position zu dem Punkt schwach ist und sie keine Argumente haben", unterstrich Todd Kristensen aus Nashua.

"Russischer Wodka ist eine Art Goldener Standard", fügte er hinzu. "Es ist dumm, dagegen zu argumentieren. Jeder adäquate US-Amerikaner wird mir Recht geben. Unsere Läden sind voll von französischem Wodka, doch dieser ist abscheulich."

Die Vorbehalte innerhalb der Bevölkerung richten sich nicht nur gegen die paternalistische Idee, ihnen vorzuschreiben, was sie zu trinken haben, sondern auch auf die Verschwörungstheorie, wonach Russland tatsächlich hinter Hackerangriffen auf politisch sensible Datennetze steckt.

"Der Verbot des Verkaufs von russischem Wodka ist eine sinnlose Antwort auf das Ergebnis der Wahlen. Sie suchen einfach einen Sündenbock, um sich für ihre Niederlage zu rächen. […] In diesem Fall hat man sich dazu entschieden, Russland zu beschuldigen, obwohl die CIA uns bis heute keine Beweise für die Cyberangriffe geliefert hat", sagte Bill Footy, ein Bürger aus New Hampshire.

Auch andere Bürger des Bundesstaates üben Kritik.

Ehrlich gesagt, ist das ein totaler Unsinn! Die russischen Wodkahersteller haben nichts mit den absurden Fantasien von Obama und Clinton in Bezug auf die Hackangriffe der Demokraten-Server gemein. […] Wir haben nicht vor, auf ein gutes Produkt auf Grund von den Positionen der Senatoren zu verzichten", ist sich Daren Kavallery, ein Bewohner der Stadt Manchester, sicher.

In den sozialen Netzwerken haben die US-Amerikaner aktiv die Initiative des Senators kommentiert.

Die US-amerikanischen Bürger sind sich einig darin, dass es wichtiger ist, sich mit ernsteren Problemen zu befassen, als russischen Wodka zu verbieten.

"Wie wäre es, wenn man sich anstelle des russischen Wodkas eher mit reellen Problemen des Staates befasst? Zum Beispiel mit der schockierenden Korruption im Rechtssystem von New Hampshire. Wir wählen nicht für Wodka bei den Wahlen", unterstrich ein Twitteraccount.

Zu bemerken ist, dass New Hampshire einer der US-Bundesstaaten ist, in denen am meisten Alkohol getrunken wird. Das ergibt sich aus den Ergebnissen der letzten Untersuchung des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism. Im US-Staat New Hampshire werden pro Jahr 17,8 Liter Ethanol pro Person konsumiert. Den zweiten Platz nimmt die Hauptstadt der USA, Washington, D.C., ein, dort sind es 14,5 Liter.

Ebenso zu bedenken ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass in New Hampshire auch die Bewohner der Nachbarstaaten Alkohol einkaufen, da er dort deutlich billiger ist. In dem Bundesstaat gibt es keine Steuer auf alkoholische Produkte. Den Angaben des Instituts nach ist Wodka das populärste Alkoholgetränk. Die beliebteste Wodkamarke dabei ist Smirnoff. Das Unternehmen hat russische Wurzeln.

Die USA importieren solche zudem russische Wodkamarken wie "Russkij Standart", "Zeljonaja marka", "Parlament", "Zarskaja", "Zubrowka", "Beluga", "Putinka" und andere. Außerdem sind in den USA die Wodkamarken der Wodkafabrik in Krasnojarsk, "Jaric" und "Komandor Rezanow ljuks", sehr beliebt.

Den Daten des Föderalen Zolldienstes der Russischen Föderation aus dem Jahr 2014 zufolge gehören die USA zu den sechs größten Importeuren von russischem Wodka - der Umfang der Einfuhren beträgt 12 Millionen US-Dollar.

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