Mysteriöses Twitter-Sterben: Anti-Russische Propaganda-Accounts seit 31. Dezember geschlossen

Mysteriöses Twitter-Sterben: Anti-Russische Propaganda-Accounts seit 31. Dezember geschlossen
Mindestens zehn antirussische Propaganda-Accounts stellten zu Neujahr überraschend ihre Tätigkeit ein. Nun spekuliert das Netz, ob das US-Außenministerium die Arbeitsverträge nicht verlängerte, oder die Clinton-Foundation in Zahlungsschwierigkeiten steckt.

In den vergangenen Jahren sorgten zahlreiche Accounts bei Twitter dafür, dass anti-russische Propaganda in den Sozialen Medien gestreut werden. Die meisten von ihnen hatten anonyme Nutzer bereits im Jahr 2012 gegründet. Mehr als ein Jahr bevor der Konflikt in der Ukraine eskalierte, begann etwa @DarthPutinKGB mit einem Bild des russischen Präsidenten Stimmung gegen alle Russlandversteher zu machen. 

Seit dem 1. Januar herrscht plötzlich Ruhe auf dem Kanal. Bis dahin hatte DarthPutin täglich Karikaturen und Desinformation geliefert. In den letzten Monaten nahm der Unbekannte vor allem den vermeintlichen Putin-Versteher Donald Trump auf Korn. Nun hat sich DarthPutin kommentarlos verabschiedet.   

Netzaktivisten und Leser von RT Deutsch machen darauf aufmerksam, dass zum gleichen Zeitpunkt noch etwa zehn andere Twitter-Accounts ihre Tätigkeit einstellten. Auch @SovietSergey meldete sich zu Sylvester zum vorläufig letzten Mal mit einem Bild des russischen Außenministers Sergej Lawrow. Ebenso leise wurde es plötzlich bei dem User Sputnik_Not, unter RusEmbassyNot, bei Ambassador Yakovenko, auf Soviet РоссиЯ und unter Miloš Zeman

Weil alle diese Twitter-Accounts regelmäßig die gleichen, oder doch sehr ähnlich Inhalte verbreiteten, hatte es bereits zuvor Vermutungen gegeben, dass die angeblichen Twitter-Aktivisten einen professionellen Hintergrund aufweisen.  

Natürlich führt das unerwartete Twitter-Sterben nun zu allerlei Spekulationen. Einige Nutzer vermuten, dass alle Accounts von einem Team betrieben wurden. Möglicherweise sei das „Sponsoring nicht für 2017 verlängert“ worden. Ebensowenig lässt sich ausschließen, dass hier ein Propaganda-Team mit der scheidenden Obama-Regierung verknüpft war. Insofern könnte der Wahlsieg von Donald Trump die Ursache dafür sein, dass die Aktivitäten so überraschend versiegen. 

Andere verweisen darauf, dass ausgerechnet der Teil der Clinton-Stiftung, der sich mit Medien- und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigte zum Jahresbeginn seine Tore schloss. Kurz nach ihrer Wahlniederlage schließt Hillary Clinton die "Clinton Global Initiative". Dabei handelte es sich um eine Abteilung der Clinton Foundation, die mit Journalisten und Hollywood-Drehbuchautoren arbeitete.