China setzt TV-Doku im Kampf gegen Korruption ein

China setzt TV-Doku im Kampf gegen Korruption ein
Xi Jinping, der Generalsekretär der KP Chinas, führt seit 2012 einen rücksichtslosen Kampf gegen die Korruption in den eigenen Reihen.
Das chinesische Staatsfernsehen hat einen Dokufilm ausgestraht, der Interviews mit schuldig gesprochenen korrupten Beamten zeigt. Der Film soll die Antikorruptionskampagne stärken. Insgesamt klagten Behörden seit 2012 100.000 Menschen wegen Korruption an.

Der staatliche chinesische Fernsehsender CCTV drehte den Dokumentarfilm zusammen mit der Zentralen Disziplinarkommission (ZDK) der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), berichtete die Zeitung „People’s Daily“. Die ZDK ist die oberste Kontrollinstanz der KPCh. Sie überwacht die Parteimitglieder und ermittelt gegen Korruption und Fehlverhalten.

Auch die Volksrepublik China will im Ausland eine Gegenöffentlichkeit zu den westlichen Medien schaffen. Diese stellen das Land und die Politik der chinesischen Regierung nach Meinung chinesischer Medienpolitiker oft in verkürzter und tendenziöser Weise dar.

CCTV strahlte die Doku als dreiteilige Serie von Dienstag bis Donnerstag letzte Woche aus, kurz vor dem 18. Plenums der ZDK, das am Freitag stattfand. „People’s Daily“ zufolge stoß die Sendung auf große Resonanz beim chinesischen Publikum. Ein Social-Media-Nutzer gab an, schockiert gewesen zu sein, dass es auch in der ZDK Korruption gibt.

Der Titel der Sendung, „Um Eisen zu schmieden, muss man selbst stark sein“, beruft sich auf einen Ausdruck des Generalsekretärs der KPCh, Xi Jinping, aus dem Jahr 2012. Im Dokumentarfilm sind Interviews mit Beamten der ZDK zu sehen, die der Korruption schuldig sind. Bereits im Oktober letzten Jahres strahlte CCTV eine ähnliche Sendung aus, die 77 Fälle von Korruption unter leitenden Beamten zeigte.

Die KPCh leitete unter der Führung Xi Jinpings nach ihrem 18. Parteitag im Jahr 2012 eine beispiellose Antikorruptionskampagne ein. Bisher konnten die Behörden der Volksrepublik China mehr als 120 mutmaßlich korrupte führende Parteimitglieder und Beamte aufdecken. Sogar zwei Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros der KPCH, das leitende Gremium der Partei, wurden von ihren Posten entfernt, aus der Partei geworfen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Insgesamt klagten die Staatsanwälte mehr als 100.000 Chinesen wegen Korruption an.