Medien und Politik: Trump kanzelt US-Lügenpresse ab

Medien und Politik: Trump kanzelt US-Lügenpresse ab
Die Crème de la Crème der US-Medien hat sich schon auf die Einladung beim designierten Präsidenten gefreut. Dann mussten sich die Medien-Bosse eine harte Standpauke von Trump anhören. Das Klima zwischen den Mainstream-Medien und dem neuen Mann im Weißen Haus bleibt giftig.

von Rainer Rupp

Mit bösen Worten empfing der designierte US-Präsident Donald Trump am Montag die etwa 30 Bosse und Chefkommentatoren der alles beherrschenden US-Mainstreammedien. Zuvor hatte er sie selber zu einer Aussprache in sein Trump-Hotel in New York geladen hatte.

"Dieser Raum ist voller Lügner, die betrügerischen, unehrlichen Medien, die alles falsch gemacht haben“.

Er fuhr fort, indem er Jeff Zucker, Chef des weltweiten US-Nachrichtensenders CNN, bei seinem Namen nannte und sagte, jeder, der bei CNN arbeitete, sei „ein Lügner und CNN ist ein Netzwerk von Lügnern“. 

Wer würde sich sowas nicht auch für Deutschland wünschen? Da wäre zum Beispiel der bekannte TV-Sprecher, der im Zweiten öffentlich rechtlichen Fernsehen die Kunst beherrscht, jede kritische Nachrichten am Westen derart zu verstümmeln und zu verdrehen, um sie dann als Zustimmung zur Merkel-Regierung und deren US-Vasallentum wieder zusammenzuklebern.

Allein die Vorstellung, dass diese Manipulatoren in den Mainstreammedien, die sich ihre Kampagnen zur Verdummung der Bevölkerung von den oberen 0,1 Prozent gut bezahlen lassen, von höchster politischer Stelle mit glasklaren Worten abgekanzelt werden, dürfte auch hierzulande viele Herzen höher schlagen lassen. 

Einige der Bosse, die beim Medientreffen mit Trump am Montag dabei waren, berichteten später, sie hätten das Gefühl gehabt, „vor einem Exekutionskommando“ zu stehen. Gegen Ende des Treffen sei Trump dann doch noch etwas konzilianter geworden und er habe die Möglichkeit eines "Reset“, also eines Neuanfangs der Beziehung zwischen dem Präsidenten und den Medien in den Raum gestellt, allerdings unter der Bedingung, dass die "Fairness" gewahrt bleibt. 

Als einer der Medienbosse daraufhin nachhakte, was Trump unter „Fairness“ verstehe, sagte der „einfach die Wahrheit."

Die Vertreter der wohl wichtigsten Tageszeitung der USA, die New York Times (NYT), war beim Medientreffen mit Trump am Montag allerdings nicht dabei. Ein gesondertes Trump–NYT-Treffen sollte am Dienstagmorgen stattfinden sollte, erfuhr man später. Aber das wurde wieder abgesagt, nur um später auf den Spätnachmittag verschoben zu werden. Dieses Hin und Her wies bereits im Vorfeld des Treffens auf ziemliche Turbulenzen hin.

Die New York Times ist 165 Jahre alt und das Flaggschiff der so genannten „liberalen“ Presse. Während der gesamten Wahlkampagne hatte sie ganz ungeniert Propaganda ausschließlich für Hillary Clinton gemacht und kein gutes Wort über ihre Konkurrenten finden können, weder über deren demokratischer Mitbewerber Bernie Sanders und nach den Vorwahlen erst Recht nicht über Donald Trump. 

Das Trump-Lager wirft der NYT unter anderem vor, die Nachrichten über die neu ans Licht gekommenen, schweren sexuellen Übergriff von Ex-Präsidenten Bill Clinton unterdrückt zu haben, während die Zeitung zugleich ein über ein Jahrzehnt zurück liegendes, insgeheim aufgenommenes Gespräch Trumps mit einem Kumpel über viele Wochen zur „Staatsaffäre“ hochgespielt hatte. In der Audio-Aufnahme hatte Trump mit Machogehabe über Frauen-Grapschen phantasiert. Bill Clinton hatte jedoch viel Schlimmeres in die Tat umgesetzt. 

Die Trump-Anhänger verzeihen der Times auch nicht, dass einer ihrer Kolumnisten über einen Attentatsversuch gegen Trump nur blöde Witzchen gemacht hat. Auch durften Times Reporter, die dafür geoutet wurden, dass sie in der Clinton-Kampagne geradezu „eingebettet“ waren, weiter in der Zeitung für sie Propaganda machen.

Michael Flynn, ehemaliger Chef des Geheimdienstes des amerikanischen Militärs, der Defense Intelligence Agency (DIA), auf einer RT-Konferenz im Oktober 2015.

Auch hat die Times so gut wie nicht über die von WikiLeaks veröffentlichten E-Mails ihres Wahlkampagnen-Managers John Podestas berichtet, deren Inhalte für Hillary Clinton vernichtend gewesen wären. NYT-Leser wurden auch im Dunkeln darüber gehalten, dass Hillary bei der Chefredaktion durchsetzen konnte, dass ein Artikel über sie ihrem Wunsch gemäß geändert wurde. Und um allem die Krone aufzusetzen, hatte die Times die Trump-Anhänger als rassistische Fanatiker beschimpft.

Allerdings ist die NYT auch von ihrer Leserschaft unter ziemlichen Druck geraten, und zwar quer durch das von ihr bediente liberale bis sozialdemokratische politische Spektrum. Berichten zufolge hat sich die Zahl der in der Redaktion eingehenden Beschwerdebriefe verfünffacht.

Sie wollen „eine Nachrichtenquelle, die die Menschen in all ihren Facetten abdeckt“, heißt es, und „das bekamen sie nicht“. Anhänger von Bernie Sanders sind auch darüber verärgert, dass die NYT von Anfang an immer nur Hillary Clinton favorisiert hat. Viele Leser wollen demnach „frisches Blut“ in den Redaktionsstuben. „Ich habe die alte Garde satt“, heißt es in einem Leserbrief. 

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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