Krieg der Sterne: Wettrüsten im All

Teilnehmer eines Star Wars-Kostümfestivals an der U-Bahnstation De Brouckere in Brüssel am 4. September 2016.
Teilnehmer eines Star Wars-Kostümfestivals an der U-Bahnstation De Brouckere in Brüssel am 4. September 2016.
Wer beherrscht in Zukunft das All und den scheinbar gesetzfreien Raum? Amerikanische Militärstrategen sorgen sich um die Anfälligkeit ihrer Militär-Satelliten durch nicht-amerikanische Präsenz. Das bedeutet weitere Aufrüstung.

von Olga Banach

Der Start der Trägerrakete Long March 2.

Am Montag hat China zwei Astronauten ins All geschickt, um 30 Tage in einem Weltraumlabor tätig zu sein. Sie werden medizinische, physische und biologische Tests vor sich nehmen. Die Experimente sollen untersuchen, wie ein Leben im All ermöglicht werden kann. Im Hinblick auf schwelende Konflikte und dem Erschöpfen der natürlichen Ressourcen scheint dies ein richtiger Schritt in die Zukunft.

Doch wer beherrscht das All? Das Wettrüsten in der Ferne hat längst begonnen und das Pentagon kämpft um die amerikanische Vorherrschaft. Killersatelliten, weit entwickelte Störapparate: Die Weltmächte bereiten den Krieg der Sterne vor.

Dabei wurde bereits 1967 im internationalen Recht die friedliche Erforschung des Weltalls  festgelegt:

„Staatsparteien unter dem Vertrag erklären sich bereit, keine Objekte, die Nuklearwaffen oder andere Massenvernichtungswaffen tragen, auf Himmelskörpern zu installieren oder solche Waffen in irgendeiner anderen Form im All zu positionieren.“ 

Seit August 2016 haben die USA nun vier GSSAP Satelliten im All. Im Rahmen des Geosynchronous Space Situational Awareness Program können von Menschenhand geschaffene Objekte im All verfolgt werden. Auch die Beoing X-37B OTV, ein Flugzeug für das Weltall der amerikanischen Luftwaffe, wirft Fragen in der Verwendung auf.

Die Luftwaffe betont die friedlichen Operationen im Luftraum. Die „Secure World Foundation“ sieht dies aber anders. Das Raumflugzeug kann für die Erkundung von Satelliten freundlicher oder feindlicher Art genutzt werden und sie auch unschädlich machen.

Im Jahr 2007 führte China einen erfolgreichen Raketentest durch, der einen nicht funktionierenden Wettersatelliten zerstörte. Die Sekretärin der US Luftwaffe, Deborah Lee James erklärte damals:

„Wir verändern die Ausrichtung unserer Weltallunternehmungen, da wir uns anpassen müssen... Was passiert, wenn sich ein Konflikt von der Erde ins All erstreckt? Wie werden wir unsere Ressourcen verteidigen? Unsere Satelliten sind besonders im Bezug auf unsere nationale Sicherheitsinfrastruktur wichtig.“

Die Amerikaner sorgen sich um die russische und chinesische Präsenz im All. Im Jahr 2015 gab es Gerüchte, Moskau habe einen Satelliten entwickelt, der von dort mögliche Angriffe starten könnte. Seit 2004 sind die USA im Besitz eines mobilen Störungsapparats, welcher vom Boden aus Satelliten-Kommunikation blockieren kann.

Angesicht dieser Entwicklung präsentierten russische Delegierte der UN im Jahr 2015 eine Resolution gegen die Aufrüstung im All. Während 122 Nationen für den Entwurf stimmten, sprachen sich die USA, Israel, Georgien und die Ukraine dagegen aus.

Inzwischen ist es 55 Jahre her, dass der sowjetische Kosmonaut Yuri Gagarin als erster Mensch das All betrat. Die internationale Raumstation ISS, mit 16 gemeinsam arbeitenden Nationen, ist ein Beweis dafür, wie sich durch internationale Kooperation mehr erreichen lässt.