Netz abgeschaltet: Julian Assange ohne Internetverbindung

Julian Assange bei einer Rede in der ecuadoriansichen Botschaft im Februar 2016
Julian Assange bei einer Rede in der ecuadoriansichen Botschaft im Februar 2016
WikiLeaks hat seine ‚Notfallpläne‘ aktiviert, nachdem die Internetverbindung ihres Mitgründers von einer staatlichen Organisation gestört wurde. In seinem Botschaftsexil ist Julian Assange nun isoliert. Die erwartete Anhörung durch die schwedische Staatsanwaltschaft wurde verschoben.

Das Internet ist einer der wenigen Möglichkeiten mit der Außenwelt den Kontakt aufrecht zu erhalten. Der Wikileaks-Gründer sitzt seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest.

Die Nachricht, dass seine Internetverbindung abgestellt oder behindert wird, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem WikiLeaks weiterhin kompromittierende Dokumente veröffentlicht, erst kürzlich Tausende von gehackten E-Mails von Hillary Clintons Kampagnenmanager John Podesta.

Die schwedische Justiz behauptet weiter, sie müsse gegen Assange wegen angeblicher sexueller Übergriffe ermitteln. Der Wikileaks-Sprecher befürchtet, im Fall einer Verhaftung an die USA ausgeliefert zu werden.

Ein eigentlich für den 17. Oktober geplantes Verhör wurde unterdessen verschoben. Scheinbar erfolgte die Verschiebung auf Antrag des Gründers der Enthüllungsplattform Wikileaks. Sie ist nun für den 14. November angesetzt. Assange begründete seinen Antrag mit "seinen Rechten auf den Schutz und die Verteidigung seiner Person".

Der unter dubiosen Umständen ins Visier schwedischer Staatsanwälte gelangte Whistleblower Julian Assange wird sich erst in einem Monat zu den gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfen äußern können.

Die unbestätigten Angaben der staatlichen Sabotage kommen zu einem Zeitpunkt, an dem WikiLeaks weiterhin kompromittierende Dokumente veröffentlicht, erst kürzlich Tausende von gehackten E-Mails von Hillary Clintons Kampagnenmanager John Podesta.

Zu Anfang diesen Monats hatte Assange angekündigt, dass seine Organisation „wöchentlich“ im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 8. November Dokumente veröffentlichen werde.

Clintons Wahlkampfteam hat unbewiesene Behauptungen aufgestellt, dass WikiLeaks mit der russischen Regierung zusammenarbeite, um bei Donald Trumps Wahlkampf gegen die Demokratin zu helfen.

Letzte Woche hat das FBI eine Stellungnahme veröffentlicht, welche besagte dass sie versuchten ‚die Genauigkeit, die Natur und den Umfang zu bestimmen‘, in welchen die Cyberangriffe stattfinden. Allerdings nannten sie hierbei keine Verdächtigen.

Die neunte Veröffentlichung von Podesta E-Mails geschah am Sonntag, wodurch die Zahl der insgesamt veröffentlichten Dokumente auf über 12.000 stieg.

Unter den hunderten von veröffentlichten E-Mails befinden sich Diskussionen über Clintons Beliebtheit bei schwarzen Wählern, ihren E-Mail Entschuldigungen und Chelsea Clinton, welche darin von einem langjährigen Gefährten ihres Vaters als ‚Verräterin‘ bezeichnet wird.

WikiLeaks veröffentlicht weitere E-Mails des Hillary-Vertrauten John Podesta

Die Charge neuer Mails kommt auch inmitten der Enthüllungen über Clintons enge Beziehung mit den Mainstreammedien, und wie diese zusammenarbeiten, um die Medienlandschaft zu kontrollieren und sie in einem für sie günstigen Licht dastehen zu lassen.

Zu Beginn dieses Monats kam heraus, dass Hillary Clinton Berichten zu Folge den WikiLeaks Gründer Julian Assange ‚drohnen‘ lassen wollte, als sie noch Außenministerin war. Laut True Pundit, waren Clinton und das Außenministerium unter Druck, den Whistleblower zum Schweigen zu bringen, notfalls per Drohnenangriff. Das war in den Monaten bevor WikiLeaks 250.000 diplomatische Notizen aus den Jahren 1966 bis 2010 veröffentlichte, auch als CableGate bekannt.

Unbenannten Quellen aus dem Außenministerium zu Folge fragte Hillary Clinton „können wir diesen Typen nicht einfach drohnen?“

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