BP-Plattform lässt 95 Tonnen Rohöl in die Nordsee laufen

BP-Plattform lässt 95 Tonnen Rohöl in die Nordsee laufen
Das Leck liegt nur 46 Meilen vor den Shetland-Inseln. Ein Überwachungsflugzeug kontrolliert den Ölteppich. Umweltschützer besorgt über Brutgebiete im Atlantik.

Etwa 95 Tonnen Öl sind aus einer BP-Plattform in die Nordsee gesickert. Darüber informiert das Unternehmen heute. Die Austrittstelle auf einer Clair-Plattform wird aktuell aus der Luft mit einem Flugzeug überwacht. Nach aktuellen Angaben entfernt sich der Ölteppich in nördlicher Richtung vom Land.

"Die jüngsten Aufnahmen des Überwachungsflugs zeigen bereits eine deutliche Ausbreitung des Öls an der Oberfläche", so das britisch-niederländische Unternehmen.

Die Plattform liegt etwa 46 Meilen westlich von Shetland, das entspricht etwa 75 Kilometern. Nach Angaben von BP schlossen Techniker des Unternehmens das Leck bereits am Sonntag Vormittag. Es wurde durch ein technisches Problem mit einem System verursacht, das Flüssigkeiten wie Wasser, Öl und Gas trennt.

BP ist der Auffassung, dass das Öl sich „auf natürlichem Wege“ auf See „zerstreut". Dies sei der beste Weg, mit dem Leck umzugehen, auch wenn „andere Optionen nicht ausgeschlossen“ wurden.

In einer Erklärung erklärte das Unternehmen:

„Der Austritt wurde innerhalb einer Stunde gestoppt, nachdem das Problem identifiziert worden war. Die Ölförderung wurde gestoppt."

Nun sollen Experten für Ölverschmutzungen und Umweltexperten und aus der BP-Abteilung Oil Spill Response Limited die Austrittstelle untersuchen. Zudem erstellt das britische Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie eine Untersuchung über die möglichen Folgen. Ein Sprecher von RSPB Schottland sagte:

„Es gibt derzeit sehr viele sensible Seevogelarten in ihren Brutkolonien auf Shetland und in Norwegen über dem Atlantik. Diese sind potenziell gefährdet. Wir müssen von BP und den für das Meer zuständigen Ministerien genau wissen, welche Art von Öl verschüttet wurde, wann es sich in der Wassersäule auflöst, und uns mit den Umweltschutzbehörden beraten.“

"Es ist wichtig, dass es einen vollständigen und offenen Bericht gibt.“

British-Petroleum ist eines der größten und ältesten Öl- und Gasunternehmen der Welt. Seit Jahren muss die Firma hohe Entschädigungszahlungen in den USA leisten, weil das Unternehmen für die Deepwater Horizon-Katastrophe im Golf von Mexiko verantwortlich war.

Vor wenigen Tagen startete in den USA ein Spielfilm unter dem Titel Deepwater Horizon.