WhatsApp oder Telegram: Disput zwischen Edward Snowden und Pawel Durow

Welcher Messenger ist besser vor dem Zugriff ungebetener Mitleser aus den Geheimdiensten geschützt? Pawel Durow und Edward Snowden sind mit Blick auf Telegram unterschiedlicher Meinung.
Welcher Messenger ist besser vor dem Zugriff ungebetener Mitleser aus den Geheimdiensten geschützt? Pawel Durow und Edward Snowden sind mit Blick auf Telegram unterschiedlicher Meinung.
Der Kurznachrichtendienst Twitter war einmal mehr Schauplatz eines Disputes zwischen Whistleblower Edward Snowden und Telegram-Gründer Pawel Durow. Snowden behauptete, Telegram reiche bezüglich der Datensicherheit nicht an WhatsApp heran.

Der ehemalige CIA-Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden zweifelte gestern auf Twitter die Sicherheit von Telegram an, eines Messengers, der von dem russischen Gründer des sozialen Netzwerkes VKontakte, Pawel Durow, entwickelt wurde. Der Streitpunkt zwischen den beiden IT-Spezialisten bestand darin, welcher der beiden Messenger WhatsApp oder Telegram in puncto persönlicher Daten sicherer wäre.

Die Meinungsverschiedenheit entstand, nachdem Snowden einen Tweet veröffentlicht hatte, in dem er den neuen Messenger Allo von Google der Datenunsicherheit beschuldigte, da die Kommunikation zwischen den Nutzern durch US-Geheimdienste kontrolliert werde.

Im Anschluss an diesen Kommentar fragten Twitter-Nutzer Snowden, wie dieser die Sicherheit des Messengers Telegram einschätze. Auf diese Frage antwortete er, dass Telegram standardmäßig weniger sicher sei als WhatsApp, was den Messenger für Nicht-Experten noch gefährlicher mache.

Pawel Durow verteidigte daraufhin seine Entwicklung. Er betonte, Telegram sei einer der sichersten Dienste für den Austausch von Informationen, weil die Korrespondenz in verschlüsselter Form gespeichert werde und somit nicht leicht für die Geheimdiente greifbar sei. Er warf Snowden gegenüber die Frage auf, ob dieser berücksichtigt habe, dass die Mehrheit der Nutzer von WhatsApp ihren gesamten Chatverlauf unverschlüsselt auf Google Drive/iCloud speichern lasse. Durow zufolge werden damit 80 Prozent aller Beiträge und 100 Prozent aller Metadaten in den USA gespeichert und sind damit für die US-Behörden leicht zugänglich.

Snowden antwortete, dass Durows Arbeit bewundernswert sei. Allerdings glaubt er, dass es hilfreicher wäre, auf die Kritik via Patch-Notes und nicht auf Twitter zu reagieren.

Durow begründet die Sicherheit seines Messengers mit der Aussage, dass Telegram im Gegensatz zu WhatsApp eine sichere, eingebaute Cloud für diejenigen zur Verfügung stellt, die eine solche wünschen.  

In einem weiteren Tweet wies der Telegram-Gründer darauf hin, dass WhatsApp jederzeit die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf seinem Server für jeden Benutzer ausschalten kann.

Schließlich regte Durow an, die Diskussion besser nicht auf Twitter fortzusetzen. Er versprach, Snowden die Ergebnisse der "entsprechenden Forschungen" zukommen zu lassen.

Es war nicht die erste Debatte, die zwischen den beiden IT-Spezialisten auf Twitter entbrannte. Schon im Dezember letzten Jahres war die Sicherheit von Telegram Thema eines Disputes, den beide über den Kurznachrichtendienst führten. Schon damals sprach sich Snowden dafür aus, dass der Messenger ein massives Update durchführen sollte, um gefährliche standardmäßige Einstellungen loszuwerden.