Offizieller Protest Russlands nach Abriss eines Kriegerdenkmals in Lettland

Offizieller Protest Russlands nach Abriss eines Kriegerdenkmals in Lettland
Die Botschaft von Russland in Lettland hat eine Protestnote an das lettische Außenministerium gerichtet. Der Grund: In der Stadt Limbaži wurde das Denkmal für sowjetische Seeleute von einer rechtsradikalen Organisation abgerissen.

Die Limbaži-Abteilung der rechtsradikalen antisowjetischen Organisation Daugavas vanagi riss das Denkmal für 26 sowjetische Seeleute ab, die im Laufe des 2. Weltkrieges in der Region ums Leben gekommen waren. Der Leiter der Organisation, Gunārs Grīnbergs, berichtete, dass die Militärs laut Archivakten plünderten und Morde verübten. Ihm zufolge seien sieben Stadteinwohner von ihnen ermordet worden.  

Der Verband „Vaterland und Freiheit/Bewegung für die nationale Unabhängigkeit Lettlands – alles für Lettland!“ postete auf seiner Facebook-Seite Fotos vom Abriss des Denkmals.  

„Laut dem im Jahre 1994 abgeschlossenen Regierungsabkommen zur sozialen Sicherheit von russischen Militärrentnern und ihren Familien, die auf dem Territorium der Republik wohnen, übernahm die lettische Seite Verpflichtungen zur Pflege und Schutz von Gedenkstätten und Massengräbern auf dem Territorium des Landes“, so die russische Auslandsvertretung.

Dementsprechend müsse Riga unabgestimmte Handlungen in den im Vertrag vereinbarten Bereichen unterlassen.

„Dabei wurden von lettischen Staatsbehörden, Nichtregierungsorganisationen und lokalen Behörden keine Anfragen zum Abriss des Denkmals in der Stadt Limbaži an die russische Botschaft in Lettland gerichtet. Solche Handlungen sind unzulässig, insbesondere mit Rücksicht auf das vorliegende bilaterale Abkommen. Wir warten auf eine offizielle Reaktion des lettischen Außenministeriums auf die Protestnote der Botschaft.“

Jelena Sutormina von der Gesellschaftskammer Russlands, bei der sie die Vorsitzende der Kommission für Entwicklung von öffentlicher Diplomatie und Unterstützung der Heimatgenossen im Ausland ist, richtete an die UNESCO die Bitte, den Denkmal-Abriss zu beurteilen. Sie glaubt, dass die Aktivisten von Daugavas vanagi strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollten.