Vietnamesischer KP-Chef zu Gewerkschaften: "Streikt mehr, um Interessen von Arbeitern zu sichern"

Vietnamesischer KP-Chef zu Gewerkschaften: "Streikt mehr, um Interessen von Arbeitern zu sichern"
Der Parteichef von Ho-Chi-Minh-Stadt hat die städtischen Gewerkschaften dazu aufgerufen, mehr Streiks durchzuführen, "um die Interessen der Arbeiter zu schützen". Während Unternehmer diese Botschaft nicht begrüßten, versicherten die Gewerkschaften, sich in Zukunft wirksamer für die Interessen der Arbeiter einzusetzen.

Dinh La Thang, Sekretär des Stadtkomitees der Kommunistischen Partei Vietnams (KPV) von Ho-Chi-Minh-Stadt (vormals: Saigon), besuchte am Dienstag ein Gewerbegebiet. Dort traf er die Vorsitzende des örtlichen Gewerkschaftsbundes, Tran Kim Yen.

Wie das vietnamesische Nachrichtenportal „Tuoitrenews.vn“ berichtete, überraschte er sie mit seiner Frage:

„Haben die Gewerkschaften, die Mitglied Ihrer Föderation sind, jemals einen erfolgreichen Streik organisiert?“

Die Gewerkschaftsfunktionärin verneinte dies.

Thang erklärte, dass alle bisherigen Arbeitskämpfe auf die Initiative der Arbeiter selbst erfolgten. Da die Unternehmer die meisten Forderungen der Arbeiter im Nachhinein akzeptiert hätten, müsse man davon ausgehen, dass die Forderungen der Belegschaft legitim seien.

Quelle: Ruptly

Dies führe zu der Frage, warum die Unternehmer nur auf die Forderungen eingegangen seien, die die Arbeiter durch Arbeitsniederlegungen bekräftigt hätten, während die Verhandlungen der Gewerkschaften meistens erfolglos geblieben seien.

„Also warum führen die Gewerkschaften keine legalen Streiks für die Arbeiter durch?“, fragte der Parteifunktionär.

Einige Begleiter des Stadtsekretärs der KPV widersprachen ihm allerdings. Ein Geschäftsmann sagte, dass die Gewerkschaften einen Weg finden sollten, um ihre Forderungen ohne Streiks durchzusetzen. „Spontane Streiks“ seien in den meisten Fällen „sehr gefährlich“.

Dem KP-Sekretär zufolge ist das eigentliche Problem, dass die Arbeiter die Gewerkschaftsfunktionäre nicht als ihre eigenen Anführer ansehen.

„Wir müssen über dieses Thema ernsthaft nachdenken“, sagte Thang.

Die Gewerkschaftsfunktionärin versicherte ihm:

„Der Gewerkschaftsbund wird an diesem Thema weiterarbeiten, um sicherzustellen, dass Gewerkschaften in Unternehmen die Rechte der dort beschäftigten Arbeiter verteidigen können.“