McDonald’s in Rio beschränkt Olympioniken im Mengenverbrauch

Turkmenische Athleten im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro
Turkmenische Athleten im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro
Das Schnellrestaurant im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro hat Mengenbeschränkungen für seine Kunden eingeführt: Eine Person darf maximal 20 Artikel auf einmal bestellen. Die Maßnahme wurde ergriffen, um die Wartezeit zu verringern: Zuvor hatten viele Sportler einige Stunden in der McDonald’s-Schlange verbringen müssen.

McDonald’s bediente in den vergangenen Tagen ungefähr 10.000 Personen gratis: Olympioniken, Trainer und Personal der Nationalteams. Das führte dazu, dass bei jedem Wetter und selbst um fünf Uhr morgens Schlangen bis zur Länge eines Fußballfeldes vor dem Schnellimbiss standen. Augenzeugen zufolge spielten die Bewohner des Olympischen Dorfes zum Zeitvertreib „um die Schlange herum buchstäblich Beachvolleyball“.

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Die Schlangen in Rio sind riesenlang, obwohl die Burgerkette eigentlich Erfahrung mit der Arbeit beim Olympia hat: Das Unternehmen sponsert den Wettkampf offiziell seit 40 Jahren. Vor den Spielen in Rio wurden zusätzlich 200 Mitarbeiter angestellt, doch das war offensichtlich nicht genug.

Viele Sportler waren wohl der Meinung, dass das Essen im Olympischen Dorf derartig zu wünschen übrig lässt. Deshalb versorgten sie sich lieber bei dem berüchtigten amerikanischen Fast-Food-Riesen. Andere meinten, man könne sich nach monatelangen Trainings und Diäten etwas „ungesundes Essen“ gönnen.

Fast-Food erfreut sich auch unter den Athleten einer großen Nachfrage, gerade um kalorienreiche Lebensmittel zu konsumieren, wenn sich der Körper nach dem Training erholen muss.

So besucht das chinesische Basketballteam angeblich jeden Tag den Buletten-Verbrater. „Sie kommen hierher den ganzen Tag lang, täglich. Die Chinesen essen um neun Uhr morgens Big Macs. Verrückt!“, sagte ein Mitarbeiter des Schnellrestaurants, der anonym bleiben wollte.

Die brasilianische Zeitung Folha de San Paulo bemerkt, dass viele Sportler allem Anschein nach die Schnellkost nicht nur genießen, sondern sich im Essen nicht einschränken. Das sei am häufigsten bei den Gewichthebern der Fall, weil einige von ihnen nicht auf ihr Gewicht zu achten brauchen.

Aber vor allem liegt die unerwartete Beliebtheit der Filiale daran, dass es es um das einzige Restaurant im Olympischen Dorf handelt, in dem garantiert warme Gerichte angeboten werden.

Slowakisches Nationalteam im Olympischen Dorf in Rio
Slowakisches Nationalteam im Olympischen Dorf in Rio

Japanische Sportler begründeten ihre Ausflüge zum Gelben M etwa damit, dass sie im Olympischen Dorf kein japanisches Essen finden konnten.

Bei einigen Sportlern gehört Fast Food nicht zum Alltag, aber zu den Festen. Der australische Federballspieler Sawan Serasinghe feierte sein Olympia-Aus nach einer Niederlage im Doppel gegen Südkorea mit sechs Burgern, sechs Portionen Pommes und vier Schachteln Chicken McNuggets, wie er in seinem Facebook-Profil schrieb.

Grundsätzlich entwickelt sich die Nachfrage beim amerikanischen Fast-Food-Riesen so: Je näher das Ende der Olympischen Spiele kommt, desto länger werden die Sportlerschlangen an der Filiale.

Australische Ruderer Eric Murray and Hamish Bond nach ihrer Goldmedaille
Australische Ruderer Eric Murray and Hamish Bond nach ihrer Goldmedaille

Der Läufer Usain Bolt ist auch als ein großer Fan von Chicken McNuggets bekannt. Er posierte sogar für ein Foto von seinem berühmten Six-Pack neben einer Achter-Schachtel mit Nuggets. Der Jamaikaner behauptet, dass er beim zehn Tage langen Olympia in Peking 2008 ein Hundert Nuggets pro Tag verspeist hatte.

In der Filiale im Olympischen Dorf in Rio wird eine begrenzte Auswahl an Gerichten angeboten. Dazu gehören unter anderem die weltweit beliebten Pommes, Nuggets und einige der Markenzeichen der Fast-Food-Kette, die Burger.

Auf der Speisekarte stehen zudem einige brasilianische Spezialitäten wie Käsebrütchen (pão de queijo). Hingegen werden im Olympischen Park nur verschiedene Eissorten im Sortiment geführt. Dort lassen sich vor allem kubanische und chinesische Sportler bedienen, weil das Eis bei ihnen das Favoriten-Gericht der Fast-Food-Kette darstellt.

Kubanische Sportler in Rio
Kubanische Sportler in Rio

Laut Medienberichten ist das beliebteste Olympioniken-Gericht der Big Mac, auf Platz zwei liegen die Pommes, Bronze errangen die Fruchtsmoothies. Gewöhnlich konsumieren die Sportler keine kohlensäurehaltigen kalten Getränke und bevorzugen Orangensaft, schreibt Folha de San Paulo.

Die Athleten, für die es besoders wichtig ist Diät zu halten, holen sich bei der amerikanischen Kalorien-Schleuder nur Kaffee. Das soll aber nur auf sehr wenige zutreffen, so die Berichte. Vertreter von einigen Teams ignorieren das imperialistische Nahrungsangebot. So wurde die Nationalauswahl Nordkoreas bislang nicht im Schnellrestaurant erwischt. Aus dem iranischen Team verirrte sich hingegen der eine oder andere Olympionik.