Besuch in der Kunstschule - Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland

Besuch in der Kunstschule -  Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland
Alona Bartenschlager kommt aus Bayern, ist 15 Jahre alt und hat sich mit dem Zug auf den Weg nach Russland gemacht. Von Ingolstadt über Berlin ging es zunächst nach Moskau und dann weiter nach Sotschi. Dort besucht Alona für mehrere Monate die Schule. Für RT Deutsch berichtet Alona, abseits der großen Politik und medialer Verzerrungen, von ihrem neuen Alltag in Russland. In ihrem aktuellen Beitrag erzählt sie über ihre Erlebnisse in der Kunstschule in Sotschi.

In Bayern laufen gerade die Sommerferien. Urlaub, Baden, Freizeit. Aber ich komme vom Thema Schule nicht los. Meine Mama und ich haben nämlich eine Kunstschule im Zentrum der Stadt angeschaut. Meine Mama kennt sie, weil sie dort selber mal als Schülerin war. Allerdings ist die Schule in ein anderes Gebäude umgezogen - in den Komplex der Kunst-Berufsschule. Ich war selbst ganz neugierig. Wir sind also rein und haben die Rektorin Tatjana Leonidowna Dalewskij gefragt, ob sie uns ein bisschen was zeigen und erklären kann und ob ich darüber schreiben dürfte. Tatjana Leonidowna war einverstanden und hat uns so viel erklärt.

Die Pachomow-Schule ist zwar klein, aber sie ist eine der ältesten Kunstschulen von Kuban (Krasnodar-Region, zu der auch Sotschi gehört). Nächstes Jahr wird sie 50 Jahre alt. Es gibt in Sotschi übrigens mehrere Kunstschulen.

Die Pachmonow-Schule ist eine staatliche Schule. Benannt ist sie nach einem guten Künstler aus Sotschi. Sie nimmt Schüler ab der ersten Klasse auf, sie lernen dort mehrere Jahre. Der Besuch ist natürlich freiwillig. Die Schule ist ein Kollektiv aus professionellen Lehrern und engagierten Schülern.

Der Unterricht findet zwei- oder dreimal pro Woche statt und ist sehr vielseitig. Auf dem Stundenplan stehen der Umgang mit Pappmaché, Ton, Papier, Leinwand und anderen Materialien.

Die Schüler nähen zum Beispiel Puppen oder machen Figuren aus Pappmaché oder aus Lehm. Vor allem beschäftigen sie sich mit Malen und Zeichnen. In Aquarell, Öl, Graphiken über Stillleben, Porträts, Landschaft und Tiere. Ich habe mir Bilder angeschaut, richtig toll. So was würde ich auch gern können. Am Ende des Schuljahres organisieren Schüler und Lehrer eine Abschlussfeier, zu der sie alle Kostüme und Dekorationen selber anfertigen.

Die Schüler bleiben aber nicht nur in der Schule, sondern machen auch Exkursionen. Im Juni waren fünf Lehrer und 21 Schüler in Pereslawl-Saleski, einer Stadt im Zentrum Russlands. Dort gibt es jährlich ein Kulturprogramm, bei dem die Geschichte und Kultur der Stadt vorgestellt wird. Die Schüler suchten sich für ihre Arbeiten Themen aus der Natur, Architektur oder dem Alltagsleben. Es gab auch Meisterklassen, die von Künstlern, zum Beispiel aus St. Petersburg, geleitet wurden. Am Ende stand ein Wettbewerb. Die Jury hat gesagt, dass alle Schüler die Besten seien. Aber natürlich wurden der erste, zweite und dritte Preis festgelegt.

Die Schule selbst wird im September eine Ausstellung organisieren. Das Thema lautet "Die Erben des Heiligen Alexander Newskijs". Die Rektorin hat meine Heimat sehr gelobt. Mit ihrer Familie  war sie vor einiger Zeit in Deutschland und hat unter anderem Würzburg und Neuschwanstein besichtigt. Das habe ihr sehr gut gefallen. Und mich hat es gefreut, dass ihr meine Heimat gefallen hat.

Eure Alona