Terminkalender von Reichsführer der SS Heinrich Himmler in Russland gefunden

Himmler besichtigt das Konzentrationslager Dachau, 1936
Himmler besichtigt das Konzentrationslager Dachau, 1936
Laut BBC wurden Terminkalender von Heinrich Himmler in Podolsk, einer Stadt südlich von Moskau, gefunden. Sie ergänzen Details seines Lebens als Reichsführer der SS im Dritten Reich. Bisher gefundene Kalender umfassten die Jahre 1941, 1942 und 1945. Die nun gefundenen Einträge ergänzen die Jahre 1938, 1943 und 1944.

Als Innenminister, Reichsführer der SS und Verantwortlicher für die Ermordung von bis zu 6,3 Millionen europäischer Juden, gehört Himmler zu den wichtigsten Vertretern des Dritten Reiches. Die fehlenden Kalendereinträge sollen das Bild des Mannes vervollständigen, der die Vernichtung der Juden in die Tat umsetzte.

Erste Gefangene erreichen das KZ Ausschwitz am 27. April 1940.
Erste Gefangene erreichen das KZ Ausschwitz am 27. April 1940.

Das Deutsche Historische Institut in Moskau leitet die Auswertung. 

"Sie sind von herausragender, historischer Bedeutung und ein erschauderndes Dokument", so dessen Direktor, Professor Nikolaus Katzer. 

Himmlers Aufzeichnungen beinhalten private Aufzeichnungen und bestialische Todesbefehle.

So schrieb er an einem Tag, dass er eine Massage hatte, bevor er den Befehl gab, zehn Polen zu exekutieren. Und dabei genoss er einen Snack im KZ Buchenwald.

Er gab auch den Befehl, Hunde für die SS in Ausschwitz abzurichten, damit sie "Menschen auseinander reißen".

Der Chefingenieur der "IG Farbenindustrie" M. Faust im Gespräch mit Himmler, Ausschwitz, 1941.
Der Chefingenieur der "IG Farbenindustrie" M. Faust im Gespräch mit Himmler, Ausschwitz, 1941.

Historiker wollen im kommenden Jahr die Tagebücher mit Hintergrundinformationen in Buchform veröffentlichen. 

Die Kalender wurden in Podolsk im Archiv des russischen Verteidigungsministeriums gefunden.

Himmler gehörte zum engsten Kreis um Adolf Hitler. Als Reichsführer der SS befahl er die Ermordung von Juden, Polen, sowjetischen Kriegsgefangenen, Roma und allen anderen, als "rassisch minderwertig" Kategorisierten.

Nach der deutschen bedingungslosen Kapitulation wurde Himmler von der britischen Militärpolizei in Meinstedt verhaftet. Am 23. Mai 1945 starb er durch Suizid.