Moskau schlägt USA Austausch des russischen Piloten Jaroschenko gegen verurteilte US-Bürger vor

Moskau schlägt USA Austausch des russischen Piloten Jaroschenko gegen verurteilte US-Bürger vor
Russland ist bereit, den in den Vereinigten Staaten einsitzenden Piloten Konstantin Jaroschenko gegen in Russland verurteilte US-Bürger auszutauschen, berichtet die Zeitung Iswestija.

Das Blatt beruft sich dabei auf die Antwort der russischen Präsidialverwaltung auf eine Anfrage, die die Mutter des in den USA zu 20 Jahren Haft verurteilten Piloten gerichtet hat. In dem Schreiben steht, dass die russischen Behörden verschiedene Möglichkeiten zur Rückkehr von Konstantin Jaroschenko erwägen. Moskau habe Washington unter anderem vorgeschlagen, den in den USA einsitzenden Russen gegen mehrere in Russland verurteilte US-Bürger auszutauschen.

„Momentan sind es dreizehn Menschen. Drei von ihnen, einschließlich des US-Bürgers Gennadi Klozman, der im Dezember 2011 in Russland zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war, reichten ein Gesuch zur Überstellung in die USA aufgrund des Übereinkommens des Europarats vom Jahr 1983 ein“, schreibt Iswestija.

Obwohl die Vereinigten Staaten das Angebot aus Moskau erhalten haben, wollen sie dem Austausch bisher nicht zustimmen.      

Iswestija zufolge habe weder das State Department, noch das Justizministerium, noch das US-Bundesamt für Gefängnisse auf die entsprechenden Anfragen des Blattes reagiert.     

„Nach der Meinung Washingtons sei Jaroschenko nicht austauschbar“, zitiert die Zeitung das Dokument, das sich auf das russische Außenministerium beruft. Zuvor habe Victoria Nuland den russischen Diplomaten direkt zu verstehen gegeben, dass Jaroschenko allen anderen zur Belehrung sitzen solle. Dennoch arbeite das russische Außenministerium „aktiv und beharrlich“ auf die schnellste Rückkehr des Piloten in die Heimat hin. 

Konstantin Jaroschenko
Konstantin Jaroschenko

Konstantin Jaroschenko war am 28. Mai 2010 in Liberia verhaftet und an die USA ausgeliefert worden. Im Jahr 2011 hatte man ihn wegen der Vorbereitung einer Abmachung zur Lieferung einer größeren Drogenmenge in die USA zu 20 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Der Russe verbüßt seine Strafe in Fort Dix (New Jersey).   

Russland hat mehrmals erklärt, dass das Urteil gegen Konstantin Jaroschenko ungerecht sei, und auf zahlreiche Verstöße gegen die Rechte des russischen Bürgers hingewiesen. Das russische Außenministerium fordert die US-Behörden auf, Konstantin Jaroschenko jede erforderliche ärztliche Hilfe zu leisten, zumal der gesundheitliche Zustand des Piloten von Tag zu Tag schlechter wird.

Nach drei Tagen Folter in Liberia hatte Konstantin Jaroschenko fast alle Zähne verloren. Die restlichen mussten ihm später im US-Gefängnis entfernt werden. Seitdem kann der Russe keine feste Nahrung zu sich nehmen. In einem Interview für die Zeitung Iswestija erzählte der Pilot, dass das Kantinenessen für ihn zu fest sei, sodass er auf Haferbrei und Konserven aus dem Gefängnisladen angewiesen sei. Am 12. Juli habe ihm allerdings das US-Bundesamt für Gefängnisse für einen Monat verboten, dorthin einkaufen zu gehen, da man in seiner Kaserne, wo er mit 350 anderen Häftlingen zusammenwohnt, Psychotropika entdeckt habe.