Polizei in Rio entdeckt olympische Drogen und kämpft mit Überfällen und Entführungen

Polizei in Rio entdeckt olympische Drogen und kämpft mit Überfällen und Entführungen
Den Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio wurde ein weiterer Schlag versetzt. Die Stadtpolizei entdeckte Taschen mit Kokaintüten, auf denen das olympische Logo der fünf Ringe prangt. Gleichzeitig klagen Olympiateams über den schlechten Zustand des Olympischen Dorfes sowie die prekäre Sicherheitslage.

Die Polizei beschlagnahmte Anfang der Woche 93 Tütchen mit Kokainpulver, 28 Tütchen Crack und Munition in einem Haus in Lapa, einem Vorort von Rio de Janeiro.

Die Drogen waren in kleine Plastiktüten verpackt, auf denen das Olympia- und Rio-2016-Logo zu sehen war. Darauf steht auch die Warnung geschrieben: „Nicht in der Nähe von Kindern konsumieren“.

Brasilianische Drogenhändler verwenden regelmäßig die Namen und Bilder von Sport-Stars und –Events um ihre Waren zu verkaufen.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Rio tauchten immer wieder Probleme auf. Die Behörden wurden vor allem mit Bedenken bezüglich der Infrastruktur, wirtschaftlichen Fragen, politischen Skandalen und dem Zika-Virus konfrontiert.

Anfang letzter Woche weigerte sich die australische Nationalmannschaft, auf Grund der unsicheren Lebensbedingungen in das Olympische Dorf einzuziehen. Nicht isolierte Drähte, fehlende Beleuchtung in den Treppenhäusern, defekte Toilettenanlagen und undichte Wasserleitungen ließen die Sportler in benachbarte Hotels ausweichen. Ähnliche Probleme sollen die Olympia-Mannschaften aus Großbritannien und Neuseeland bei ihrer Ankunft gehabt haben.

Bei den Spielen erwartet man in Rio 1,5 Millionen Gäste. Die Veranstalter antworten auf die Sicherheitsherausforderungen mit der Aufstockung der im Olympia-Park patrouillierenden Sicherheitskräfte auf 90.000. In der Stadt ist unter anderem die Mordfallrate in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 um 15 Prozent angestiegen.

Die Zahl der medienwirksamen Entführungen hat in letzter Zeit ebenso zugenommen.

Am vorletzten Sonntag beklagte ein neuseeländischer Jiu-Jitsu-Sportler, Menschen in Polizeiuniform hätten ihn entführt und gezwungen, an zwei Bankautomaten Geld abzuheben.  

Aparecida Schunk, Schwiegermutter von Bernie Ecclestone, dem Geschäftsführer der Formula One Group, wurde am vergangenen Dienstag in São Paulo entführt. Die Verbrecher gaben sich nach Angaben von Nachbarn für Lieferanten aus und trugen ein falsches Paket, mit dem sie sich Zugang zu dem umzäunten Wohnsitz der 67-alten Frau erschlichen. Als sie zu ihr gelangen, drohten sie ihr mit einem Messer, fesselten und verfrachteten sie in ihren eigenen Wagen und flohen damit. Die Entführer verlangten 36,5 Millionen US-Dollar Lösegeld.

Ein brasilianischer Polizeibeamter bestätigte, dass das Verschwinden von Aparecida Schunk untersucht wird, und bemerkte, dass die Untersuchung auch in andere Richtungen läuft.