Auf dem Tretroller, zu Fuß, im Heißluftballon: Russen auf ungewöhnlichen Reisen

Alexander Rendakow mit seinem Tretroller am Roten Platz
Alexander Rendakow mit seinem Tretroller am Roten Platz
Alexander Rendakow, ein 26-jährige Einwohner von St. Petersburg ist mit seinem Tretroller in sechs Tagen nach Moskau gefahren. RT berichtet über weitere ungewöhnliche Reisen von Russen.

Alexander Rendakow, Einwohner der zweitgrößten Stadt Russlands ist in sechs Tagen von St. Petersburg bis Moskau gefahren - mit einem Tretroller, so der Fernsehsender „Tsargrad“. Die Reise begann in der „nördlichen Hauptstadt Russlands“ und führte bis auf den Roten Platz, der sich im Herzen Moskaus befindet.

Ursprünglich hatte Rendakow eine einwöchige Reise geplant. Täglich schaffte er rund 120 Kilometer. Die Einheimischen beschenkten unterwegs den Reisenden mit Gemüse und Beeren. Einer der Einwohner im Dorf Vydropuzhsk, im Gebiet Twer, ließ Rendakow sogar bei sich übernachten.

Im Gepäck hatte dieser lediglich ein Zelt, einen Schlafsack, eine Jacke und Arzneimittel. Das Essen besorgte er sich unterwegs in Läden.

"Ich habe eigentlich keine Probleme mit den Straßen gehabt", - erzählt Rendakow über seine Reise. -„Auf dem ganzen Weg hat es ziemlich gut asphaltierte Straßenränder gegeben. So konnte ich auf Straßen mit gutem Asphalt fahren."

Immer wieder brechen Russen zu solch kreativen Reisen auf. Vor einem Jahr hatte sich Sergei Lukyanow, ein 59-jähriger Marathonläufer, für eine Weltumwanderung entschieden. Für diese extrem gefährliche Reise veranschlagte er zwei Jahre, mit einer täglichen Wanderstrecke von 50 bis 60 Kilometern. Ozeane wollte der Sportler überfliegen. Zu seiner Weltumwanderung brach Lukyanow am 1. April 2015 auf, im Dezember war er schon in China. Nach den jüngsten Angaben in dem sozialen Netzwerk „VKontakte“ geht es ihm gut: im März ist er in Uruguay entlang der Atlantikküste gewandert, erst vor einer Woche haben seine Füße ihn nach Brasilien getragen.

Sergei Lukyanow in Malaysia
Sergei Lukyanow in Malaysia

Auf großer Wanderung – diesmal durch Russland – ist auch Ilja Frolow, ein 22-jähriger Einwohner der Stadt Iwanowo. Im Frühling 2015 beschloss er, von der nördlichen Stadt Wyborg in Karelien bis zur Großstadt Wladiwostok am Japanischen Meer zu gelangen. Er will eine Strecke von 10.000 Kilometern in 2 Jahren zurücklegen. Der Wanderer übernachtet in Wäldern, in einem Schlafsack, aber in Städten versucht er eine Unterkunft durch Couchsurfing zu finden. Laut seinen Angaben in „VKontakte“ ist Frolow jetzt in der Republik Burjatien, und am 28. Juli will er die Siedlung Selenginsk erreichen, wo er auf eine Unterkunft hofft.

Seinen Worten zufolge helfen ihm aus der Ferne seine Freunde, während sich seine Eltern große Sorgen um ihn machen:

Meine Mutter war sehr beunruhigt. Sie wollte sogar alle Sachen und den Rucksack in kleine Stücke zerschneiden, um mich zu zwingen, es mir anders zu überlegen. Ich habe aber die Sachen zu meinen Bekannten gebracht.

Der junge Mann sagt, seine Motivation für die Reise sei nicht das Aufstellen eines Rekords, vielmehr wolle er andere Menschen mit seinem Beispiel begeistern.

Eine weniger gefährliche, aber genauso abenteuerliche Reise hat Helta Maschkara, eine Dichterin aus der Stadt Tula im letzten Sommer gemacht. Wie die Zeitung „Sloboda“ schreibt, ist sie von Tula bis zum Baikalsee nur per Anhalter gefahren. Nach ihren Worten habe Helta viele ähnliche Erfahrungen, deswegen hatte sie keine Angst vor einer Fahrtstrecke von 12.000 Kilometern.

"In der Tat ist Trampen beinahe die beste Reisemöglichkeit, wenn man die Prinzipien versteht. Es ist schnell und kostenlos. Unterwegs kann man auch sein eigenes Land besser kennen lernen, sich eine bessere Vorstellung davon machen. Auf dem Weg kann man in direkten Kontakt zu den Menschen treten, sich verschiedene Geschichten anhören. Man sieht Russland nicht aus dem Zugfenster, sondern in Gesichtern der Menschen, in den Städten, in denen seine Freunde wohnen, in allem, was man auf dem Weg begegnet,“ beschreibt die Dichterin ihre Eindrücke. In diesem Jahr will sie per Anhalter nach Kasachstan reisen.

Helta Mashcara
Helta Mashcara

Nikolai Pawlow und Alexander Wigandt beschlossen, Russland mit dem Fahrrad zu durchqueren. Im Mai waren sie von Moskau bis zur Stadt Mirny (Republik Sacha) aufgebrochen. Nach der Mitteilung von der Moskauer Onlinezeitung „Lenta.ru“ haben die Reisenden geplant, in 125 Tagen eine Strecke von 8.000 Kilometern zurückzulegen, also 100 Kilometern pro Tag. Unterwegs halten sie sich in Städten auf, um sich mit Einheimischen zu treffen und die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Nach den Angaben ihres Tegebuches in „VKontakte“ sind die Reisenden jetzt im Gebiet Krasnojarsk und haben schon den Altai und das Sajangebirge besucht.

Ende März ist es Roman Schaltagatschew gelungen, allein den Baikalsee zu durchqueren. Wie die Zeitung „Tayga.Info“ berichtet, ist der Reisende der erste Mensch, der erfolgreich nicht entlang, sondern quer über den zugefrorenen See gewandert ist, ohne ein einziges Mal ans Ufer zu steigen. Wegen eines Schneesturms, mehrerer Schneeanhäufungen und Risse im Eis brauchte er etwa einen Monat, um 600 Kilometer zurückzulegen. An der Insel Olchon musste Roman seinen Schlitten mit der Ausrüstung stehen lassen und sich in einem extrem schnellen Tempo bei mangelnden Nahrungsmitteln bewegen. Außerdem war er von der Außenwelt abgeschnitten. Am 25. März hatte er die Insel Jarki erreicht, die im nördlichen Teil des Baikalsees, südostlich von der Siedlung Nischneangarsk, liegt.

Anhand der in der Expedition gesammelten Daten sollen neue Überlebensmethoden bei niedrigen Temperaturen erarbeitet werden. Roman Schaltagatschew ist Mitglied des Interregionalen Sport- und Gesellschaftsvereins „Akademie des Überlebens“ und hat bereits alleine Berge bestiegen, Einzelwanderungen gemacht und ist Schlauchboot auf Bergflüssen gefahren.

Vor einigen Tagen hat der weltbekannte russische Reisende Fjodor Konjuchow eine Weltumrundung im Heißluftballon beendet. Der 64-jährige Abenteurer stellte einen neuen Rekord auf, indem er seine Reise in 11 Tagen und 8 Stunden zu Ende gebracht hatte. Zu seinen Erfahrungen gehören auch selbständige Überquerungen des Atlantischen Ozeans und des Pazifischen Ozeans in einem Ruderboot, eine Nonstop-Weltumseglung mit einer Yacht sowie der Sieg beim Antarctica Cup Race Track.

Fjodor Konjuchow auf der Insel Spitzbergen
Fjodor Konjuchow auf der Insel Spitzbergen