WADA-Chef Craig Reedie: Enttäuscht, dass IOK keine totale Olympia-Sperre gegen Russland verhängt hat

WADA-Chef Craig Reedie: Enttäuscht, dass IOK keine totale Olympia-Sperre gegen Russland verhängt hat
WADA-Chef, Craig Reedie, ist von der Entscheidung des IOK "enttäuscht", keine totale Sperre gegen die russische Olympia-Auswahl zu verhängen. Laut IOK-Entscheid sollen die internationalen Sportföderationen selbst entscheiden, wer von den russischen Sportlern nach Brasilien fahren darf.

Der Vorsitzende der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Craig Reedie, zeigte sich von dem Beschluss des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) enttäuscht, die internationalen Sportföderationen über die Zulassung der russischen Sportler für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro entscheiden zu lassen. Reedie zufolge habe der vom Rechtsanwalt Richard McLaren für die WADA vorbereitete Bericht bewiesen, dass die russischen Behörden den Dopingkonsum gefördert hätten. Die WADA hatte nach der Bekanntgabe des McLaren-Berichtes am vorigen Montag empfohlen, alle russischen Sportler von Olympia zu suspendieren.

„Die WADA ist enttäuscht, dass das IOK die Empfehlungen ihres Exekutivkomitees nicht befolgt hat, die auf den Ergebnissen der McLaren-Untersuchung beruhen. McLarens Bericht hat zweifellos die Existenz eines von der russischen Regierung kontrollierten Dopingprogramms bewiesen, das die Grundsätze des ʻsauberenʼ Sports, die in der internationalen Anti-Doping-Konvention festgehalten sind, in Frage stellt“, so Craig Reedie.

Den WADA-Generaldirektor, Olivier Niggli, äußerte sich zudem unzufrieden über den IOK-Beschluss, laut dem die zuvor wegen Dopings überführten und nun als „sauber“ geltenden russische Leichtathleten ebenfalls nicht in Rio antreten dürfen. Diese Maßnahme trifft unter anderen Julia Stepanowa, die 2013 wegen Dopingkonsums disqualifiziert worden war und sich als „Whistleblowerin“ des russischen Sports hervorgetan hatte.

„Die WADA hat Stepanowa in ihrem Wunsch unterstützt, als neutrale Sportlerin anzutreten. Sie hat mutig mitgeholfen, den größten Dopingskandal aller Zeiten zu enthüllen. Die WADA ist wegen dieser Entscheidung sehr besorgt, denn das ist ein schlechtes Signal für künftige Whistleblower“, so Olivier Niggli. 

Wie dem auch sei, die WADA wolle gegen den IOK-Beschluss nicht in Berufung gehen, so Niggli abschließend.

In Russland wurde die IOK-Entscheidung dagegen im Großen und Ganzen begrüßt. Denn die „sauberen“ Sportler bekämen dadurch die Chance, sich doch an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu beteiligen. Der russische Sportminister, Witali Mutko, erklärte, dass das IOK „Objektivität, Ernsthaftigkeit und Ausgewogenheit“ an den Tag gelegt habe, und zeigte sich zuversichtlich, dass die meisten Sportler die strikten IOK-Forderungen erfüllen würden.

Wie alle russischen Leichtathleten außer Darja Klischina, die ihre Nichtbeteiligung an dem russischen Doping-Skandal beweisen konnte, darf sich auch die zweifache Olympiasiegerin im Stabhochsprung, Jelena Issinbajewa, nicht an Olympia teilnehmen. Sie bemängelte auf Instagram die schlechte Verteidigung der russischen Sportler.

Ну вот и все... Закончилась наша борьба за Рио... Не судьба мне вновь встать на высшую ступень пьедестала на Олимпиаде, не прозвучит больше гимн России в мою честь, не порадую больше своих дорогих болельщиков полетами через планку... Боже, как же обидно от такой несправедливости. Слабая у нас защита, я бы сказала нулевая. Никто не отстоял и не защитил мои права. Грустно до слез от собственного бессилия перед этим беззаконием и беспределом. Слезы по щекам от осознания всего, что я сделала для легкой атлетики. Мы с Евгением Васильевичем опередили время на 10 лет. Своими мировыми рекордами и победами, прыжки с шестом стали видом номер один в мировой легкой атлетике. Моя победа в Чебоксарах по сей день остаётся лучшим результатом сезона в мире. Что я могла бы подарить миру в Рио, какую высоту, какие эмоции, так и останется загадкой... И для меня тоже... Хочу разрыдаться...

Фото опубликовано Yelena (@isinbaevayelena)

„Es ist nun Schluss… Unser Kampf um Rio ist zu Ende… Es ist mir nicht bestimmt, wieder die oberste Stufe des Olympia-Siegerpodestes zu betreten. Die Hymne Russlands wird nicht mehr zu meiner Ehre erklingen. Ich werde meine werten Fans nicht mehr mit den Flügen über die Latte erfreuen. Gott, wie schmerzt diese Ungerechtigkeit. Unsere Verteidigung ist schwach. Gleich null, würde ich sagen. Niemand hat meine Rechte verteidigt. Die Tränen laufen mir über die Wangen, wenn ich daran denke, was ich für die Leichtathletik getan habe. Mein Sieg in Tscheboksary bleibt nach wie vor das beste Ergebnis der Saison weltweit. Was ich der Welt in Rio hätte schenken können – welche Höhe, welche Emotionen –, wird für immer ein Geheimnis bleiben… Und für mich auch… Das ist zum Heulen…“

Die renommierte Stabhochspringerin will vor den Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ziehen.