Auf Shopping-Tour - Deutsche Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland

Auf Shopping-Tour - Deutsche Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland
Alona Bartenschlager kommt aus Bayern, ist 15 Jahre alt und hat sich mit dem Zug auf den Weg nach Russland gemacht. Von Ingolstadt über Berlin ging es zunächst nach Moskau und dann weiter nach Sotschi. Dort besucht Alona für mehrere Monate die Schule. Für RT Deutsch berichtet Alona, abseits der großen Politik und medialer Verzerrungen, von ihrem neuen Alltag in Russland. In ihrem aktuellen Beitrag erzählt sie über eine besondere Shopping-Tour inklusive bayerischer Pizza in Sotschi.

Schule, Geigenunterricht, Gesangsunterricht, Tennis, verschiedene kulturelle Dinge, die mir meine Mama zeigt. Mein Tag ist ganz schön ausgefüllt. Und das macht alles Spaß. Aber, hey, ich will auch mal schön shoppen gehen. Aber da beiße ich bei meiner Mama auf Granit. Schaufensterbummel sind nicht ihre Sache. Als ich nach einem Tennistraining sagte: "Mama, komm, lass uns shoppen gehen", bin ich schon auf ihr leises Stöhnen und auf ein "Heute nicht" gefasst. Aber dieses Mal lehnt meine Mama nicht ab, sondern nickt mit dem Kopf. Was ich nicht wusste: Eine Freundin von Mama hat ihr so von einem großen Erlebnis-Einkaufszentrum vorgeschwärmt, dass Mama irgendwann neugierig wurde.

Wir also los entlang des Flusses Sotschi zu dem Einkaufszentrum, das MoreMoll heißt. Es ist leicht zu erreichen, Buslinien führen direkt daran vorbei und auch einen großen Parkplatz gibt es.

Hinein geht es durch eine Kontrollschleuse wegen der Sicherheit. Und dann standen wir in der großen Halle. Ein Grund, warum Mama normalerweise keine Einkaufszentren liebt, ist das Gedränge, das dort oft herrscht. Nicht im MoriMoll. Die Gänge sind sehr breit. Außerdem, so haben wir festgestellt, kann man viel Zeit verbringen, ohne einen der vielen Läden betreten zu müssen. Es gibt einen Springbrunnen, der mit verschiedenen Farben angestrahlt wird. Die Fontänen verändern sich dauernd. Überall stehen Bänke mit Palmen dazwischen. Die Decke ist gewölbt und in einem leuchtenden Blau.

Überhaupt ist das Design sehr modern und einfallsreich. Überall ist es peinlich sauber. Es gibt einen Bereich mit Spielen für Kinder und für Erwachsene und im ganzen zweiten Stock fährt ein Zug herum und die Kinder können mitfahren.

Dann sind wir doch in ein Geschäft gegangen, ein Haushaltswarengeschäft. Was bei uns der Thermomix ist, nennt sich in Russland "Multiwarka", Multikocher. Es scheint aber auch recht praktisch zu sein und ist auch nicht gerade billig.

Dann haben wir andere Geschäfte besucht. Hier gibt es Schmuckgeschäfte, bei denen man riesiges Geld ausgeben kann, die aber auch schöne Schmuckstücke für Normalverdiener anbieten. Läden bieten die neueste Mode an. Besonders das Lebensmittelgeschäft OK hatte es uns angetan. Hier kann man frisches Essen zum Mitnehmen kaufen und in einer Abteilung wird ganz frisches Gebäck mit verschiedenen Füllungen angeboten.

So eine Shoppingtour macht natürlich hungrig. Es gibt verschiedene in- und ausländische Spezialitäten-Restaurants, dazu Subway, Burgerking, Cafés und Pizzerien. Ich habe mich für eine "Bawarskaja Pizza", eine bayerische Pizza, entschieden. Mit viel Käse, lecker. In Bayern habe ich noch nie eine original bayerische Pizza bekommen, in Sotschi schon.

Wir sind bis 10 Uhr nachts geblieben, bis das Einkaufszentrum schließt. Und so habe ich einen wunderbaren Abend im MoriMoll verbracht. Und nicht nur ich. Ich konnte es kaum glauben, aber meine Mama war kaum mehr aus den Läden herauszubekommen. Und im MoriMoll waren wir mehrmals.

Wenn Ihr mal in Sotschi seid, müsst Ihr dort unbedingt vorbeischauen.

Eure Alona