Russischer Doping-Skandal: Vize-Sportminister und zahlreiche Funktionäre ihres Amtes enthoben

Russischer Doping-Skandal: Vize-Sportminister und zahlreiche Funktionäre ihres Amtes enthoben
Wegen des Verdachts umfangreicher Dopingproben-Manipulation wurden in Russland eine Reihe von Sportfunktionären abgesetzt.

Der russische Premier, Dmitri Medwedew, hat den Vize-Sportminister Russlands, Juri Nagornykh, provisorisch seines Amtes enthoben, bis seine Tätigkeit im Kontext des WADA-Untersuchungsberichts geprüft ist. Weiter wurden auch die Beraterin des Sportministers für Antidoping-Angelegenheiten, Natalia Zhelanowa, die Vizedirektorin des Trainingszentrums der russischen Top-Athleten (CSP), Irina Rodionowa, der stellvertretende Leiter des Moskauer Antidoping-Laboratoriums, Juri Tschizhow, und der stellvertretende Direktor des Departements für Wissenschaft und Bildung des russischen Sportministeriums, Awak Abaljan, abgesetzt.

Am 18. Juli ließ der russische Präsident, Wladimir Putin, alle Beamten, die im WADA-Bericht als direkte Täter erwähnt werden, provisorisch absetzen, meldete die Kreml-Pressestelle. Bevor man aber eine endgültige Entscheidung über ihre Verantwortung trifft, wurde die WADA um vollere, objektive und auf Tatsachen stützende Information gebeten, damit sie bei der Untersuchung durch russische Strafverfolgungsbehörden miteinbezogen wird. Die Doping-Affäre ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Russlands.

Am 19. Juli stand der Doping-Skandal beim Telefonat zwischen den Außenministern Russlands und der USA, Sergei Lawrow und John Kerry im Fokus. Der russische Chefdiplomat hinterfrage die "hetzerischen" Forderungen der US-Antidoping-Behörde USADA gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee.

Sein US-amerikanischer Amtskollege stimmte insofern zu, dass der Sport nicht politisiert werden dürfe, so die Meldung auf der Webseite des russischen Auswärtigen Amtes.

Die USADA hatte noch vor der Veröffentlichung des WADA-Berichts für die Sperre der russischen Sportler plädiert. Laut dem von der Welt-Anti-Doping-Agentur veröffentlichten Dokument wurden in Russland Dopingproben massenhaft manipuliert.

Eine IOC-Sonderkommission untersucht ab Dienstag die Legitimität der Sperre für das Nationalteam und muss bis zum kommenden Wochenende entscheiden, wie man im Fall einer Suspendierung solcher Art mit „sauberen“ Sportlern umgeht.

Der Weltfußballverband FIFA wird bei der WADA die Information über den Konsum von verbotenen Stoffen im russischen Fußball anfragen. Es handelt sich von den Fällen, die im WADA-Untersuchungsbericht erwähnt wurden, als elf Dopingproben der Fußballspieler verheimlicht worden seien. Laut dem Dokument soll das in einem der Fälle der russische Sportminister, Witali Mutko, angeordnet haben.

Dass es im russischen Sport schwarze Schafe gibt, ist nichts Neues. Ebenso wenig, dass westliche Propagandisten das Thema Doping als Grundlage für Pauschalvorwürfe und antirussische gesteuerte Kampagnen instrumentalisieren.

„Sobald die FIFA diese Information von der WADA erhält, werden weitere entsprechende Maßnahmen ergriffen“, zitiert Reuters die Erklärung des Weltfußballverbandes.

Das WADA-Athletenkomitee unterstützt offiziell und in sehr expliziten Worten die Empfehlung der Organisation russische Sportler zu suspendieren:

"Wir unterstützen völlig die Empfehlungen der WADA der internationalen Sportgemeinschaft gegenüber, wir hoffen sehr, dass man  technische Details nicht verwenden wird, um angemessene Sanktionen zu umgehen. Wir möchten unseren Glauben daran betonen, dass die WADA, Professor McLaren und sein Team ihre Untersuchung fortsetzen lässt, dass Russland von den Olympischen Spielen in Rio, den Paralympischen Spielen und weiteren internationalen Wettbewerben suspendiert werden soll, und dass internationale Verbände Sanktionen verhängen sollen, um sauberen Sport zu schützen.“