WADA: Russland sollte wegen Staatsdoping von Olympia 2016 in Rio suspendiert werden

WADA: Russland sollte wegen Staatsdoping von Olympia 2016 in Rio suspendiert werden
Nach dem Untersuchungsbericht der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), laut dem die Dopingproben der russischen Sportler bei Olympia 2014 in Sotschi durch den Staat kontrolliert manipuliert wurden, fordert die Organisation eine Sperre für das gesamte russische Nationalteam.

In seinem Twitter-Profil schrieb der WADA-Sprecher, Ben Nichols, dass die WADA die Sportgemeinschaft aufruft, russische Athleten von allen internationalen Wettbewerben, einschließlich der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, zu suspendieren bis eine „Kulturänderung“ erreicht ist.

Der emotionsvolle Tweet wurde dann mit dem Retweet der offiziellen Stellungnahme der WADA ersetzt.

Die Erklärung machte Nichols nach der Präsentation des WADA-Untersuchungsberichts zur Manipulationen von Dopingproben bei russischen Sportlern in Sotschi 2014. Im Dokument werden als wahrheitsgemäß die Angaben anerkannt, die der frühere Chef des Moskauer Antidoping-Laboratoriums, Grigorij Rotschenkow, öffentlich gemacht hatte. Dem Ex-Beamten zufolge wurden bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi die Dopingproben der russischen Sportler massenhaft manipuliert, worin auch der staatliche Inlandsgeheimdienst FSB und das Sportministerium verwickelt waren.

Über die ersten Sanktionen gegen Athleten aus Russland bei den kommenden Olympischen Spielen in Rio wird der Vollzugsausschuss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in einer Telefonkonferenz am 19. Juli entscheiden, so die  IOC-Pressestelle.

Der IOC-Präsident, Thomas Bach, kündigte an, dass die Organisation alle Anschuldigungen der WADA gründlich studieren wird, darunter die Beteiligung des russischen Sportministeriums an der Dopingprobenverfälschung. Es wurde betont, dass das IOC bereit sei, die schärfsten Maßnahmen gegen die in das Manipulationssystem verwickelte Personen und Organisationen zu ergreifen.

WADA-Bericht

Am 18. Juli stellte der WADA-Chefermittler, Richard McLaren, seinen Untersuchungsbericht vor, in dem „Staatsdoping“ in Russland nachgewiesen wurde. Das Antidoping-Laboratorium in Sotchi habe eine einzigartige Methode entwickelt, damit russische Sportler, die Doping konsumierten, trotzdem antreten durften: Die Dopingproben seien ersetzt worden. Dazu hätte man die Dopingbehälter geöffnet und die vorhandenen Probestoffe mit sauberen ersetzt. Die Weise, wie die Proben technisch ersetzt wurden, hatte der Whistleblower und frühere Antidoping-Funktionär, Grigori Rodtschenko, publik gemacht. Der genaue Prozess, wie man die Dopingprobenbehälter aufgemacht hatte, bleibe indes unbekannt. Im Bericht wurde betont, dass dieser Prozedur die Dopingproben auch der ausländischen Sportler unterzogen wurden.

Die Manipulationen und Vertuschungen sollen das russische Sportministerium, der Inlandsgeheimdienst FSB und das Trainingszentrum der russischen Top-Athleten, CSP, betreut haben. Die Verwicklung des russischen NOK in die Dopingaffäre wurde aber nicht festgestellt.