Russlands Sportminister Mutko: WADA ist in ihren Dopinguntersuchungen befangen

Russlands Sportminister Mutko: WADA ist in ihren Dopinguntersuchungen befangen
Die Welt-Anti-Doping-Agentur ignoriert ähnliche Vorfälle ein anderen Ländern, so Witali Mutko. Der russische Minister führt Fälle auf, in denen mit der Doping-Politik gegen die olympischen Regeln verstoßen wird.

Nach Angaben des russischen Sportministers Witali Mutko schenkt die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) den russischen Sportlern "besondere Aufmerksamkeit".

„Die große Aufmerksamkeit für Russland schmeichelt uns. Wir sind eine große Sportmacht. Man führt Untersuchungen nur gegen uns durch“, zitiert die Zeitung Iswestija Mutko.

Dem Minister zufolge gäbe es in England ähnliche Presseberichte darüber, dass ein Arzt verbotene Medikamente 150 Sportlern verordnet hatte, darunter auch Fußballspielern.

„Ermittelt die WADA nach dieser Veröffentlichung? Nein“, betonte Mutko.

Er verwies darauf, dass russische Sportler den internationalen Organisationen immer entgegenkommen und selbst vorschlagen, sie zu überprüfen. Dafür führte zum Beispiel auf:

„Der Internationale Schwimmverband (FINA) hat zusätzliche Dopingtests bei etwa 3.000 Sportlern durchgeführt. Davon sind 260 Russen, ungefähr 150 US-Amerikaner, 120 bis 130 Chinesen. Bei den Russen gab es keine einzige positive Probe“, erzählte Mutko.

Der Minister verurteilte auch, dass die Dopingtests überprüft wurden, die während der Olympischen Spiele 2008 und 2012 vorgenommen wurden.

„Lesen Sie aufmerksam die olympische Charta. Dort steht geschrieben, dass die Sportergebnisse nach drei Jahren nicht angefochten werden dürfen. Sie gelten endgültig. Ich habe eine Frage: Warum überprüfen wir dann Dopingtests von den Spielen 2008 und 2012? Wie kommt es, dass grundlegende Prinzipien und Regeln des Internationalen Olympischen Komitees verletzt werden?“, fragte Mutko.

Der Minister betonte, wenn "wir eine normale Arbeit anstreben, müssen wir zugeben, dass das Doping-Kontroll-System aufwendig" ist. Dabei müsse man alle Rechtsvorschriften und Dokumente in Einklang bringen.

„Sehen Sie mal: Man überprüft die Tests von den Spielen 2008 und 2012. Und plötzlich treffen die Vertreter des Weltverbandes der Gewichtheber, dem IWF, die Entscheidung – falls sich drei Proben von einem Land als positiv erweisen, wird das ganze Team in der Rio-Liste gestrichen.  

Warum? Wie kann man die Regeln mitten im Spiel ändern? Wenn man Sanktionen dieser Art einführen will, muss man sie erst ab dem nächsten olympischen Zyklus anwenden“, forderte Mutko.