"Manege frei" - Deutsche Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland

"Manege frei" - Deutsche Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland
Alona Bartenschlager kommt aus Bayern, ist 15 Jahre alt und hat sich mit dem Zug auf den Weg nach Russland gemacht. Von Ingolstadt über Berlin ging es zunächst nach Moskau und dann weiter nach Sotschi. Dort besucht Alona für mehrere Monate die Schule. Für RT Deutsch berichtet Alona, abseits der großen Politik und medialer Verzerrungen, von ihrem neuen Alltag in Russland. In ihrem aktuellen Beitrag erzählt sie über den Besuch einer Vorstellung des russischen Zirkus Harlekino in Sotschi.

"Gehen wir in den Zirkus", verkündete meine Mama an einem freien Tag im Frühling, und ich wurde ganz hippelig. Den Zirkus in Sotschi kenne ich noch von früher und dort sind immer tolle Programme geboten. Ein Zelt ist dort aber nicht zu finden, dieser Zirkus ist ein stabiler Bau, so wie der Zirkus Krone in München. Er liegt mitten in einem Park mit Brunnen und Wasserspielen, aber in der Nähe der Hauptstraße. Bis zum Strand sind es auch nur fünf Minuten.

Archivbild - Der staatliche Zirkus Sotschi 1974.
Archivbild - Der staatliche Zirkus Sotschi 1974.

Meine Mutter hat ihn schon besucht, als sie selbst noch ein kleines Mädchen war. Die Fassade mit den lustigen Mosaiken darauf ist immer noch original, sagt meine Mama. Sie zeigen typischen Zirkusszenen.

Geschafft! Alona nach der langen Zugfahrt von Berlin nach Moskau im Hotel Cosmos.

Auch innen ist es hübsch. Eine Galerie führt innen um den Zirkus herum. Die Panoramafenster geben einen schönen Blick nach außen. Bunte Bänke laden in der Pause zum Sitzen ein. An den Wänden gibt es Bilder über den Zirkus, die Kinder der Kunstschule gemalt haben.

Der Zirkus in Sotschi hat kein eigenes festes Ensemble, sondern das Programm wechselt regelmäßig. Es war die letzte Vorstellung des russischen Zirkus Harlekino - er bot ein tolles Programm. Aber erst einmal habe ich mir eine Tüte Popcorn gekauft, das ist ein Muss.

Und dann ging es auch schon los mit der fantasievollen, eindrucksvollen und lustigen Vorstellung. Ein Artist zeigte Kunststücke mit leuchtenden großen Reifen. Ein anderer schwang sich hoch auf ein Seil und zeigte dort sein Können. Am meisten hat mich beeindruckt, dass er sich von oben hat nach unten einfach fallen lassen und erst kurz vor dem Boden abgebremst hat.

Die Jongleure haben eine fantastische Show geboten. Ein bisschen kann ich auch, mit drei Tennisbällen. Aber was die gezeigt haben, und sogar mit brennenden Fackeln.

Auch Tiere gab es, keine großen wie Elefanten oder Löwen, sondern eine Artistin kam in die Arena, begleitet von mehreren Katze, darunter eine Main-Coon. Die Artistin schritt durch die Arena und die Katze hielt sich immer exakt zwischen ihren Füßen. Oder sie schlich durch Stäbe hindurch. Sie kam mir stolz vor wie ein großer Löwe. Eine lustige Hundenummer gabs auch. Papageien flogen umher, die bunten Vögel machten Purzelbaum, balanzierten mit den Füßen einen kleinen Stock, den sie auch kreisen ließen und einer sauste mit Karacho durch einen Ring, vor den ein dünnes Papier gespannt war. Und das alles mit ruhiger Musik. Die zwei Artisten waren weiß gekleidet, ein Kontrast zu den bunten Vögeln.

Sehr beeindruckend waren auch die Pferde, die ihre Kunststücke zeigten, den Spanischen Schritt, bei dem abwechselnd die Vorderhufe nach vorne geworfen werden, oder eine Pirouette oder sie stiegen mit den Vorderhufen auf die Manegenbegrenzung. Alles abgestimmt zu einer schmissigen Musik.

Hochseilartisten zeigten Salto und Schrauben. Zwei Männer gingen aufs Seil, sie trugen eine Stange über ihre Schultern, auf der Stange war eine Kollegin und machte dort ihre Kunststücke. Da habe ich den Atem angehalten. Nach der Pause kamen Seelöwen. Vorher war ein besonderer Boden auf die Manege gelegt worden. Was sehr lustig war: die Seelöwen bekamen ein Mikrofon vor die Nase gesetzt und taten nun so, als ob sie singen würden.

Die Clowns durften nicht fehlen. Es war zu komisch, wie einer versuchte, den anderen ständig zu ärgern, aber es klappte nicht, seine Streiche fielen immer wieder auf ihn selber zurück. Einmal versuchte er, dem anderen einen Hut aufzusetzen, der er vorher mit Wasser gefüllt hatte, aber am Ende ergoss sich das ganze Wasser über ihn selber.

Es war auf jeden Fall eine Super-Idee von meiner Mutter, dorthin zu gehen und die letzte Show von Zirkus Harlekino in Sotschi anzuschauen.

Bis zum nächsten Mal

Alona